GESELLSCHAFT


Wer häufig schlecht aufwacht sollte sich untersuchen lassen

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Baku, den 26. August (AZERTAG). Einer von sieben Erwachsenen könnte unter „Schlaftrunkenheit“ leiden, haben Forscher in den USA herausgefunden. Wer nach dem Aufwachen häufig längere Zeit verwirrt ist, sollte sich untersuchen lassen.

Es gibt Menschen, bei denen ein ähnlicher Zustand minutenlang anhält. Aus ihrem Schlaf fallen sie in einen Zustand großer Unruhe und Verwirrtheit. Sie leiden unter einer Schlafstörung, die kaum bekannt ist – obwohl sie womöglich einen von sieben Erwachsenen betrifft.

Die Störung heißt „Schlaftrunkenheit“, gemeint ist nicht das gemütliche Schlummern zwischen dem ersten und dem zweiten Klingeln des Weckers. Schlaftrunkene spüren keine Gemütlichkeit.

Es kann passieren, dass sie schreien und um sich schlagen, wenn jemand sie mit Nachdruck wecken möchte.

Schlaftrunkene sind, ähnlich wie Schlafwandler, noch nicht richtig wach. „Das verwirrte Aufwachen wird viel weniger beachtet als das Schlafwandeln, dabei können die Folgen genau so ernst sein“, sagt Maurice Ohayon, ein Mediziner von der Universität Stanford, dessen Studie über Schlaftrunkenheit nun im Fachmagazin „Neurology“ erschien.

Ohayon und seine Kollegen hatten mehr als 19.000 Erwachsene in den USA über ihren Schlaf befragt. Dabei berichteten 15 Prozent der Teilnehmer, dass sie mindestens einmal im vergangenen Jahr verstört aufgewacht waren. Der Hälfte dieser Menschen war das mehr als einmal in der Woche passiert. Anders als Schlafwandler können sich Schlaftrunkene häufig an ihre Episoden erinnern.

Es ging den meisten Schlaftrunkenen übrigens auch sonst nicht gut. 84 Prozent von ihnen litten zusätzlich unter anderen Schlafstörungen, waren alkoholabhängig oder an Depressionen erkrankt. Die Forscher hatten auch nach psychischen Störungen und Medikamentengebrauch gefragt. 31 Prozent der Schlaftrunkenen nahmen Antidepressiva oder andere Psychopharmaka ein. Menschen, die weniger als sechs Stunden oder mehr als neun Stunden pro Nacht schliefen oder unter Schlafapnoe litten, wachten häufiger wie betrunken auf.

Wer häufig schlecht aufwacht und nicht weiß, warum, sollte sich untersuchen lassen, raten Schlafmediziner der Charité in Berlin. Und vielleicht das Schlafzimmer so umräumen, dass man sich, betrunken zwischen Schlaf und Erwachen, nicht an einem ungünstig stehenden Möbelstück stoßen und weh tun kann.

 

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