GESELLSCHAFT


Widerstandsfähigkeit Kaliforniens gegen Dürre und Klimawandel

Baku, 8. April, AZERTAC

Fast fünf Jahre lang litt Kalifornien unter teils extremem Wassermangel. Doch nach starken Schnee- und Regenfällen in den vergangenen Monaten hat sich die Situation deutlich gebessert. Flüsse führen wieder viel Wasser, einst braune Rasenflächen leuchten wieder kräftig grün. "Der Dürre-Notfall ist vorbei", sagte Gouverneur Jerry Brown am Freitag (Ortszeit). Aber er schickt gleich eine Warnung hinterher: Die nächste Dürre könnte schon bald folgen.

Die jahrelange Trockenheit schädigte die landwirtschaftliche Produktion und schwächte Wildtiere, leerte die Trinkwasserreservoirs und kostete schätzungsweise 100 Millionen Bäumen das Leben. Infolge der Trockenheit kam es wiederholt zu Waldbränden, der immer stärker ausgelaugte Boden sackte um bis zu fünf Zentimeter pro Monat ab. Im Jahr 2014 hatte Gouverneur Brown offiziell den Dürre-Notstand ausgerufen.

Das nun verkündete offizielle Ende der Dürre, die seit dem Winter 2011/12 einen Großteil des bevölkerungsreichsten Staates der USA geplagt hatte, bedeutet auch ein Ende der Notfall-Wasserbeschränkungen. Das Bewässern von Rasenflächen war teils verboten worden, Bewohner waren angehalten, nur kurz zu duschen.

Kalifornien will nun seine Strategien zur Wassererhaltung erneuern. So sei beispielsweise ein effizienter Wasserverbrauch für Häuser und Bauernhöfe entscheidend für die Widerstandsfähigkeit Kaliforniens gegen Dürre und Klimawandel, hielt Brown fest.

Wie dramatisch die Lage war, zeigt der folgende Vergleich zweier Satellitenfotos vom Lake Cachuma, einem großen Stausee unweit von Santa Barbara. Eine der Aufnahmen stammt aus dem Oktober 2013, die andere aus dem Oktober 2016. Theoretisch fasst Lake Cachuma 232.000.000 Kubikmeter Wasser. Doch wegen der langen Trockenheit lag der Füllstand des Reservoirs Ende 2016 nur noch bei sieben Prozent.

Anfang dieses Jahres hatten wochenlange Regenfälle die Wasserreservoirs endlich wieder gefüllt, auch die Schneedecke in der Sierra Nevada war so hoch wie seit Jahren nicht mehr.

Allerdings setzten die Niederschläge auch Teile des US-Bundesstaats unter Wasser. Besonders dramatisch war die Lage am randvoll gefüllten Oroville-Staudamm, der zu brechen drohte. Ein Überlaufkanal wurde beschädigt, 180.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Ende Februar kamen nach schweren Regenfällen rund um Los Angeles mehrere Menschen ums Leben. Die sintflutartigen Niederschläge führten zu zahlreichen Straßensperrungen, verbreiteten Stromausfällen und Schlammlawinen. In einigen Gebieten wurden bis zu 2,5 Zentimeter Regen in einer Stunde gemessen.

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