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Wie der Klimawandel das Weltkulturerbe bedroht

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Baku, den 5. März (AZERTAG). Eine Studie zeichnet ein schreckliches Szenario. Touristen stehen mitten im Wasser in einer historischen Altstadt. Denkmäler werden fotografiert, bevor sie möglicherweise im Meer verschwinden.

Vom Tower of London bis zum Opernhaus in Sydney. Der Klimawandel und der damit verbundene Meeresspiegel-Anstieg bedrohen einer Studie zufolge zunehmend das Weltkulturerbe. Auch Denkmäler in Deutschland könnten davon betroffen sein.

Klettere die globale Durchschnittstemperatur in den kommenden 2000 Jahren auf der Erde um ein Grad Celsius, seien weltweit 40 Kulturstätten unmittelbar vom Wasser bedroht, berichten Wissenschaftler.

Die Studie der Universität Innsbruck und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) ist im Fachjournal „Environmental Research Letters“ veröffentlicht.

In Deutschland könnten in den kommenden 2000 Jahren die Altstädte von Lübeck, Wismar oder Stralsund betroffen sein, wo das Wasser sich breitmachen würde.

Historische Stadtzentren könnten verschwinden - Klettere die Temperatur um drei Grad, würden sogar 136 Standorte auf lange Sicht unter dem Meeresspiegel liegen, betonte der Wissenschaftler Ben Marzeion von der Universität Innsbruck. Darunter seien die historischen Stadtzentren in Brügge, Neapel, Istanbul und St. Petersburg, aber auch Stätten in Indien und China.

„Wenn wir den Klimawandel nicht begrenzen, werden die Archäologen der Zukunft einen großen Teil unseres Kulturerbes in den Meeren suchen müssen.“ Die Wissenschaftler haben am Computer für einen Zeitraum von 2000 Jahren die Entwicklung des Meeresspiegels modelliert. Sie berücksichtigten dabei auch den regional unterschiedlichen Anstieg der Meere und Sturmfluten.

Globale Erwärmung um fünf Grad möglich - Klimaforscher Anders Levermann vom PIK warnte vor den Auswirkungen auf die Menschheit: „Die globale Durchschnittstemperatur hat sich bereits um 0,8 Grad.“

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