GESELLSCHAFT


Wie soziale Netzwerke bei Extremwetter helfen können

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Baku, 11. Oktober (AZERTAG). Die Zukunft des Katastrophenschutzes liegt bei Twitter, Facebook und Co. – davon sind zumindest Wissenschafter und Softwareentwickler überzeugt. Rettungskräfte sollen durch die sozialen Netzwerke schneller auf Überschwemmungen und Sturmfluten reagieren können.

Der Wissenschaftler wertet dabei die Eindrücke der Menschen in den betroffenen Gebieten aus und verbindet sie mit den Sensordaten aus den Wetterstationen. Daraus entsteht dann ein digitaler Fingerabdruck von Wetterereignissen in den sozialen Medien.

Dass die Augenzeugenberichte auf Twitter und Facebook oft übertreiben und Nutzer auch absichtlich Falschmeldungen verbreiten, ist noch die Schwäche des Programms. Vorsortiert werden die Nachrichten und Tweets vom Computer, die Feinarbeit müssen die Forscher noch selbst erledigen.

Wenn es aber mehr als 500 Meldungen von starkem Regen gibt, aber nur fünf von Überflutungen sprechen, gibt uns das eine gewisse Signifikanz, sagen Forscher.

Durchschnittlich veröffentlichen die Nutzer die meisten Tweets innerhalb von 15 Minuten nach Eintreten eines Unwetters oder einer Katastrophe – und können sich so auch besser vernetzen. Als Hurrikan „Sandy“ im Dezember 2012 in den USA wütete, konnten die Bewohner demnach mit Millionen von Tweets und Mitteilungen auf Facebook frühzeitig wissen, in welchen Stadtteilen der Strom ausgefallen war und wann er wieder floss.

Mit Tausenden Sensoren erfasst das Programm Smarter Cities des Technologieriesen IBM die Beiträge von Stadtbewohnern. Ob über Staulage, Baustellen oder Luftqualität und ausgefallene Laternen – mit den Daten sollen die „intelligenten Städte“ die Lebensqualität ihrer Bürger verbessern. Kritik gab es dafür von Datenschützern, die Abfrage von Signalen würde möglicherweise die Privatsphäre verletzen.

Das Wetter soll nun ein neuer Baustein für Smarter Cities sein, der jedoch nicht an die Nutzer direkt, sondern allein an Behörden wie den Katastrophenschutz weitergeleitet wird. Diese Wettervorhersagen sind wesentlich genauer als früher.

Im brasilianischen Rio de Janeiro konnte zum Beispiel nach tagelangen starken Regenfällen eine Katastrophe vermieden werden: „Schon 48 Stunden vorher wussten die Einsatzkräfte, in welchen Regionen es durch so starken Regen zu Erdrutschen kommen wird. So konnten die Einsatzkräfte die gefährdeten Bewohner frühzeitig warnen.

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