WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Wissenschaftler feierten das historische Ereignis

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Baku, 15. Juni, AZERTAC

Endlich! Nach sieben Monaten Funkstille hat sich der Lander „Philae“ vom fernen Kometen Tschuri zurückgemeldet. Die Forscher hoffen auf neue Daten und Bilder vom Kometen.

Die Hauptdarsteller sind tonnenschwere Apparate voller Technik, steinharte Kometen und weit entfernte Raumsonden. Dennoch erinnern die Meldungen über den Kometen-Lander von Sonntag stark an ein Märchen - das Happy End könnte allerdings ausbleiben.

Es geht um „Philae“. Im November machte sich das kleine Mini-Labor von seiner „Mutter“, der Raumsonde „Rosetta“ los und landete nach einer langen Reise auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko - kurz Tschuri. Noch niemals zuvor war es dem Menschen gelungen, ein von ihm geschaffenes Gerät auf einem fernen Kometen zu landen. Wissenschaftler feierten das historische Ereignis.

Kurz nach der Landung auf Tschuri der erste Rückschlag. Das Mini-Labor hatte auf dem Kometen mehrere Hüpfer gemacht und war dadurch an einer schattigen Stelle gelandet, wo seine Batterien nicht vom Sonnenlicht aufgeladen werden konnten. Doch trotzt harter Landung auf der steinigen Oberfläche konnten alle zehn Experimente, die mit dem Mini-Labor geplant waren, durchgeführt werden.

„Philae“ arbeitete 56 Stunden durch - so lang reichten seine Batterien. Genauso lang taten dies auch die Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, von wo aus die Mission gesteuert wurde. Sie jubelten über die Bilder und Daten, die „Philae“ ihnen auf die Erde sandte, bevor dem Lander der Saft ausging.

Doch noch war nicht alles vorbei: Den Wissenschaftlern gelang es, „Philae“ samt seinen Sonnensegeln um 35 Grad zu drehen. Das größere Sonnensegel stand nun in einem günstigeren Winkel zur Sonne und konnte so mehr Energie tanken. Schon damals hofften die Forscher, dass sich „Philae“ noch einmal aus ihrem Ruhemodus hochfahren lasse, wenn sich Komet Tschuri in den kommenden Monaten weiter der Sonne nähere.

Im März und im April versuchten Techniker des DLR dies ohne Erfolg, am Samstag dann gab es endlich das erste Lebenszeichen. Fast genau sieben Monate nach dem Verstummen ist Kometen-Lander „Philae“ wieder aufgewacht, teilte das DLR dann am Sonntag mit. Offenbar hat die Sonne das Mini-Labor wieder mit ausreichend Energie versorgt, freute sich Projektleiter Stephan Ulamec. Knapp eineinhalb Minuten lang „sprach“ der Lander laut DLR mit dem Bodenteam, 40 Sekunden lang sendete er Daten.

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