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Woran stirbt ein Mensch?

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Baku, 29.November, AZERTAG

Woran stirbt ein Mensch? Biologisch gibt es eigentlich nur eine einzige Todesursache: Das Herz hört auf zu schlagen, die Atmung setzt aus, dann tritt der Hirntod ein. Was aber ist der Auslöser für diese Kettenreaktion? Auf Platz eins: Herz-/Kreislauferkrankungen. Zweithäufigster Grund: Krebs. In diesem Jahr aber rückt eine Krankheit in den Fokus der Aufmerksamkeit, die auf den ersten Blick kaum jemand für tödlich hält: Demenz. Sie gehört zu einer Gruppe von Todesursachen. Die Zunahme ist enorm: 2013 zählten die Statistiker in dieser Kategorie 16,9 Prozent mehr Todesfälle als 2012. Zuletzt waren es 36.117 Menschen. In 80 Prozent dieser Sterbefälle war eine Demenzerkrankung die Todesursache.

Kann man an Demenz sterben? Demenz ist eine potenziell tödliche Krankheit. Im fortgeschrittenen Stadium könnten die Patienten nicht mehr essen und trinken - das führe zu Unterernährung und Austrocknung. Sie könnten im Extremfall auch nicht mehr schlucken - so könne Speichel in die Atemwege gelangen und die Lunge schädigen, erklären die Mediziner.

Auf dem Totenschein würde in diesem Fall neben der unmittelbaren Todesursache (etwa Multiorganversagen) und dessen mittelbarem Auslöser (wie Lungenentzündung) auch das Grundleiden Demenz vermerkt.

Wer psychisch krank ist, trage nicht nur ein höheres Risiko, körperlich zu erkranken, betonen Ärzte. Auch das Selbstmordrisiko ist massiv erhöht: „Bei 90 Prozent der Suizide weiß man, dass vorher eine psychische Störung bestand.“ 10.076 Menschen setzten laut Todesursachenstatistik im Jahr 2013 ihrem Leben bewusst ein Ende - Männer fast dreimal so oft wie Frauen.

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