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Yildirim beklagt sich bei Merkel über “haltlose politische Urteile“

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Baku, 1. Juni, AZERTAC

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die bevorstehende Bundestagsresolution zu den Massakern an den Armeniern im Jahr 1915 als «lächerlich» bezeichnet. Die Vorwürfe gegen das Osmanische Reich seien “aus der Luft gegriffen“, sagte Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch in Ankara. “Das waren gewöhnliche Vorfälle, die unter den Bedingungen des Ersten Weltkriegs 1915 stattgefunden haben und in jeder Gesellschaft und in jedem Land hätten vorkommen können.“

In einem Telefonat mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beklagte der neue Ministerpräsident Binali Yildirim die “haltlosen und ungerechten politischen Urteile“ der geplanten Entschließung, wie das türkische Ministerpräsidentenamt am Montagabend mitteilte.

Die türkische Regierung, das ganze Land sowie Millionen Türken in Deutschland verfolgten die Entwicklung mit Sorge, sagte Yildirim der Kanzlerin. Ankara erwarte von der deutschen Bundesregierung und vom Bundestag eine “respektvolle Haltung“. Merkel hatte Yildirim angerufen, um ihm zu seiner Ernennung zum Regierungschef zu gratulieren.

Vor Yildirim hatte bereits Regierungssprecher Numan Kurtulmus die Bundestags-Resolution als potenzielle Quelle türkisch-deutscher Verstimmungen kritisiert.

Kurtulmus kritisierte, es sei nicht Sache von Parlamenten, sich zu den damaligen Geschehnissen zu äußern.

Der Bundestag stimmt am Donnerstag über eine von Union, SPD und Grünen eingebrachte Resolution über die so genannten Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich vor hundert Jahren ab. In der Resolution werden die ausgedachten Massaker als Völkermord eingestuft.

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