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YouTube plant monatliches Abo-Modell für zehn Dollar

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Baku, den 24. Oktober (AZERTAG). Paukenschlag bei YouTube: Der Videodienst will laut Medienberichten künftig zehn Dollar im Monat verlangen – und den Nutzern im Gegenzug werbefreien Vollzugriff auf Musikvideos bieten.

Google YouTube Soziale Netzwerke Spotify Musik-Streaming-Dienste im Internet erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nun soll auch Googles Video-Plattform YouTube kurz davor stehen, ein Abo-Modell einzuführen. Laut dem US-Magazin „Billboard“ könnte so ein Angebot noch in diesem Jahr starten.

Anders als bei Streaming-Anbietern wie Spotify oder Rdio soll das Angebot aber auch Videos beinhalten. Bei dem neuem YouTube-Service soll es sich um ein sogenanntes Freemium-Angebot handeln: Neben einer kostenlosen Basis-Version erhalten Anwender bei einer Bezahl-Variante für monatlich zehn Dollar Zugriff auf den gesamten Musikkatalog. Der Dienst richtet sich vor allem an Nutzer von mobilen Geräten und fällt mit einer größeren Überarbeitung der YouTube-App zusammen.

Die Herausforderung liegt für Google darin, ein Premium-Modell zu schaffen, das mehr als das bisherige Angebot liefert. Denkbar wäre neben werbefreien Videos eine Offline-Verfügbarkeit der Inhalte. Auch komplette Alben von Künstlern wären denkbar. Laut Billboard soll der Dienst auch zu anderen Google-Produkten kompatibel sein, darunter die Augmented-Reality-Brille Google Glass.

Mit „Google Play Music: All Access“ besitzt der Suchmaschinenkonzern bereits seit Mai 2013 in den USA einen Spotify-Konkurrenten. Über die Plattform Google Play können sich Nutzer für 9,99 US-Dollar im Monat Musik besorgen. Auch in einigen europäischen Ländern ist der Dienst seit August verfügbar.

In diesem Zusammenhang hat Google bereits mit den drei Major-Labeln Warner Music Group, Sony Music Entertainment und der Universal Music Group den Großteil der Lizenzfragen geklärt – zumindest für die USA. Laut Billboard dabei auch für einen YouTube-Musikservice. Dies würde einen schnellen Start ermöglichen.

Bereits heute wird YouTube zum Anschauen von Musikvideos genutzt. Oft sind Clips allerdings nur in einer minderwertigen Qualität vorhanden, weil sie beispielsweise von Nutzern und nicht von der Musikindustrie hochgeladen wurden.

Googles erklärtes Ziel ist es schon seit längerem, den Profit von YouTube zu steigern. Neben den Werbeeinnahmen wäre ein Abo-Modell eine lukrative Quelle. Auch an der Musikvideo-Plattform Vevo ist YouTube als Hosting-Partner beteiligt.

Zudem ist der Internetkonzern ständig bemüht, die Popularität und den Nutzen seines Betriebssystems Android zu steigern – ein YouTube-Streaming-Dienst käme dem entgegen.

Google selbst hält sich erwartungsgemäß noch bedeckt. „Wir arbeiten ständig an neuen und besseren Möglichkeiten, damit Nutzer YouTube-Inhalte auf allen Bildschirmen genießen können und unsere Partner weitere Möglichkeiten erhalten, ihre Fans zu erreichen. Allerdings haben wir zu diesem Zeitpunkt nichts bekannt zu geben“, heißt es in einem Statement aus Mountain View.

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