GESELLSCHAFT


Zika-Virus in Thailand

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Baku, 1. Oktober, AZERTAC

Nach den Ausbrüchen in Süd- und Mittelamerika mehren sich die Zika-Fälle in Asien. In Thailand wurden zwei Babys mit einem deutlich zu kleinen Kopf geboren, Labortests sprechen für einen Zusammenhang mit dem Virus.

In Thailand sind erste Fälle bekannt geworden, bei denen das Zika-Virus wahrscheinlich Babys im Mutterleib geschadet hat. Mindestens zwei Kinder sind mit einem deutlich zu kleinen Kopf, einer Mikrozephalie, zur Welt gekommen. Das berichtete das Gesundheitsministerium. Die Entwicklungsstörung ist eine mögliche Folge einer Zika-Infektion der Mutter in der Schwangerschaft.

Spezialisten hätten bei Labortests einen Zusammenhang zwischen den Fehlbildungen und dem Zika-Virus hergestellt, sagte ein Sprecher. Durch eine Mikrozephalie kann es zu einer geistigen Behinderung und andere schwerwiegende neurologische Störungen kommen. Bislang wurden die allermeisten Fälle der Entwicklungsstörung durch das Zika-Virus aus Brasilien und Kolumbien gemeldet: rund 2000.

Reisewarnungen für Schwangere - Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge handelt es sich um die ersten bestätigten Mikrozephalie-Fälle, die im Zusammenhang mit dem Zika-Virus in Südostasien aufgetreten sind. Die Länder in der Region sollten ihre Anstrengungen im Kampf gegen das Virus zu verstärken, fordert die Organisation.

Die USA empfehlen schwangeren Frauen aktuell, Reisen in elf Länder Südostasiens zu verschieben. Die Warnung betrifft Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Malediven, Burma, Osttimor, die Philippinen, Thailand und Vietnam. Dem Auswärtige Amt zufolge sollten Frauen, die schwanger sind oder es werden wollen, generell auf vermeidbare Reisen in Zika-Gebiete verzichten.

Laut Robert Koch-Institut werden in Deutschland aktuell vereinzelt Zika-Ansteckungen aus asiatischen Ländern gemeldet, zuletzt auch von den Malediven. Beim Großteil der Fälle haben sich Reisende demnach aber noch in Mittelamerika und der Karibik angesteckt. Insgesamt sind in Deutschland 174 Zika-Infektionen registriert worden.

Nur ein Fünftel bemerkt die Infektion-Der Zika-Erreger wird in den meisten Fällen durch Mücken übertragen, die betroffenen Arten sind in Deutschland nicht heimisch. Seltener kann es jedoch auch vorkommen, dass Männer das Virus auch nach dem Abklingen der Infektion über das Sperma an ihren Partner weitergeben. Im Juli wurde zudem ein Fall bekannt, bei dem eine Frau ihren Mann beim Sex mit dem Erreger angesteckt hat. Kondome bieten Schutz.

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion in den meisten Fällen harmlos. Nur rund 20 Prozent bemerken überhaupt, dass sie sich angesteckt haben. Bei ihnen entwickeln sich meist für zwei bis drei Tage leichtes Fieber, Hautausschlag, Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen.

Allerdings gib es neben der Gefährdung für Schwangere Hinweise darauf, dass das Virus bei Erwachsenen in extrem seltenen Fällen das Guillain-Barré-Syndrom auslösen kann. Dabei handelt es sich um eine neurologische Krankheit, bei der Lähmungen von den Beinen aufsteigen und mitunter bis zu den Hirnnerven und der Atemmuskulatur fortschreiten.

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