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Zuckerkrankheit erhöht die Gefahr für eine Demenz

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Baku, 5. Dezember, AZERTAG

Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden oder Fußamputation - das alles können Folgen einer der häufigsten chronischen Erkrankung weltweit sein: Typ-2-Diabetes. Nun mehren sich Hinweise, dass dieser Liste auch noch eine weitere gefürchtete Krankheit hinzugefügt werden muss, die Demenz.

Forscher um Elizabeth Selvin von der US-amerikanischen Johns-Hopkins-University haben ermittelt, dass Menschen, die in mittleren Jahren an Diabetes erkrankten, im Alter eine höhere Wahrscheinlichkeit für Wortfindungsstörungen oder schlechtere Gedächtnisleistungen haben - beides typische Demenzsymptome. Die Wissenschaftler schreiben in den „Annals of Internal Medicine“, dass Diabetes das Hirn um etwa fünf Jahre altern lässt: Durchschnittlich hat ein 60-jähriger Diabetiker dieselben kognitiven Fähigkeiten wie ein 65-jähriger gesunder Mensch. Auch frühere Studien hatten einen Zusammenhang zwischen Demenz und einem hohen Blutzuckerspiegel gezeigt.

Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler Daten der Aric-Studie ausgewertet, einer Langzeituntersuchung, für die die Bürger aus vier verschiedenen US-Gemeinden ab 1987 insgesamt fünf mal untersucht werden sollten - zuletzt im Jahr 2013. Das Durchschnittsalter bei der ersten Untersuchung lag bei 57 Jahren. Die Forscher verglichen den durchschnittlichen Verlust von kognitiven Fähigkeiten mit fortschreitendem Alter in der Allgemeinbevölkerung, der aus vorherigen Studien bekannt ist, mit dem der Aric-Patienten. So ermittelten sie, dass diejenigen mit Diabetes oder einem Frühstadium der Erkrankung ein um 19 Prozent gesteigertes Risiko für Demenz-Symptome in dem untersuchten Zeitraum von 20 Jahren aufzeigten.

Bei den Untersuchungen erfassten die Forscher sowohl Bildungsstand der Probanden wie auch Body-Mass-Index, Alkohol- und Zigarettenkonsum, Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob sich die Probanden regelmäßig bewegten, wurde aber nicht abgefragt.

Und: Ein Beleg für einen tatsächlichen kausalen Zusammenhang ist die Studie nicht - es handelt sich lediglich um einen statistischen Zusammenhang, der aber auch andere Ursachen haben kann. Außerdem konnten die Forscher den Einfluss von verbesserter Messtechnik bei der Blutzuckerkontrolle im Laufe der 20 Jahre nicht mit einbeziehen. Außerdem hatten die sie Schwierigkeiten mit der nachlassenden Beteiligung der Probanden: Bei der ersten Untersuchung wurden knapp 13.500 Personen untersucht - bei der letzten waren es nur noch etwa 6000.

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