GESELLSCHAFT


Zusammenstöße zwischen Menschen und wildlebenden Tieren

Baku, 10. März, AZERTAC 

Als sie den Tiger in ihrem Dorf sahen, griffen die Anwohner zu allem, was sie finden konnten. Mit Stöcken, Kricketschlägern und Steinen gingen sie auf die Raubkatze los. Die Situation eskalierte. Das wilde Tier verletzte fünf Anwohner und vier Polizisten, bis die Beamten das Tier schließlich erschossen.

Was an eine Szene aus einem Film erinnern mag, ist im südnepalesischen Distrikt Parsa tatsächlich passiert. Zuletzt häuften sich Zusammenstöße zwischen Menschen und wildlebenden Tieren - vor allem in Nepal, aber auch im Nachbarland Indien. Regierungen und Aktivisten wollen nun den Konflikt zwischen Tieren und Menschen entschärfen.

Handy warnt vor Löwen - Die Universität Siegen arbeitet gerade an einer neuen Technik, die Mensch und Tier voneinander fernhalten soll. Im afrikanischen Botswana sollen Löwen mithilfe von GPS-Sendern überwacht werden. Überschreiten sie eine bestimmte Grenze, sollen die Bewohner in der Umgebung direkt gewarnt werden, zum Beispiel per Nachricht auf ihre Handys. In den vergangenen Monaten haben Biologen bereits einige Löwenrudel mit GPS-Sendern ausgestattet. Ein ähnliches System wäre auch für Asien denkbar. Hier ist das Problem besonders groß.

Im vergangenen Jahr hatten sich mehrfach Leoparden in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu verirrt. Die Polizei jagte die Tiere, stoppte sie mithilfe von Betäubungspfeilen und brachte sie anschließend wieder in einen nahe gelegenen Nationalpark. Der WWF kennt das Problem: "Viele der gefährdeten Wildtiere leben in Südasien. Und dort gibt es auch ein großes Bevölkerungswachstum. Wenn man nicht aufpasst, entsteht daraus ein Kampf um Flächen."

Oft sind besonders arme Siedler betroffen, die in den Randgebieten von Naturparks und Reservaten leben. Ohne sich dessen bewusst zu sein, dringen die Menschen zum Beispiel auf der Suche nach Feuerholz in das Revier der Tiere ein. Genau hier wollen Behörden aus Nepal und Indien ansetzen. Auch das deutsche Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit unterstützt einige Maßnahmen. Biogasanlagen in Dörfern sollen beispielsweise dafür sorgen, dass die Menschen nicht mehr auf die Suche nach Feuerholz gehen müssen.

Doch trotz aller Bemühungen: Der Konflikt bleibt - auf beiden Seiten. Denn nicht nur den Menschen droht Gefahr durch die Tiere. Im Jahr 2016 wurden in Indien fünfzig Tiger von Wilderern getötet - fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

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