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Zwei US-Forscher verbringen 73 Tage unter Wasser

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Baku, 16. Dezember, AZERTAG

Die amerikanischen Biologie-Dozenten Bruce Cantrell und Jessica Fain haben einen neuen Weltrekord für die längste Zeit unter Wasser aufgestellt: Sie verbrachten 73 Tage, zwei Stunden und 34 Minuten in einer Kapsel in knapp zehn Metern Tiefe. Damit knackten sie die im Jahr 1992 aufgestellte Bestmarke von 69 Tagen.

Cantrell und Fain tauchten am Montagabend aus dem Container mit 28 Quadratmetern Wohnfläche in Key Largo im Bundesstaat Florida auf. Es sei schön, endlich wieder die Sonne auf der Haut zu spüren, sagte Fain. Die „Aquanauten“ waren am 3. Oktober abgetaucht. An dem Versuch waren mehr als 40 Helfer beteiligt.

In der Kapsel hatten die Forscher zwei Schlafkammern, eine Kochnische und einen Fernseher. Außerdem drei Telefone, eine Gegensprechanlage und - falls die Technik komplett ausfällt - ein stromloses Schnurtelefon. Retter hatten geprobt, wie sie Verletzte im Notfall innerhalb von Minuten nach oben holen können. Der Unterwasser-Lebensraum wurde rund um die Uhr von Fachleuten an Land überwacht. Denn in dem Fall, dass die Systeme versagt hätten und keine Druckluft mehr durch die sogenannte Nabelschnur nach unten gepumpt worden wäre, wäre die „Jules Undersea Lodge“ innerhalb kürzester Zeit mit Wasser voll gelaufen.

Die Kapsel, die auch für Übernachtungen gemietet werden kann, diente einst als Forschungslabor und wird von Land mit Sauerstoff, Strom und Wasser versorgt. Mit der Aktion wollten die zwei Dozenten Schüler und Studenten für Wissenschaft und Meeresbiologie begeistern. Dafür hielten sie einmal pro Woche eine virtuelle Vorlesung und tauschten sich in Video-Chats mit Schulklassen aus. Thema war etwa die Überfischung der Meere. Beide unterrichten an einem College im US-Bundesstaat Tennessee.

Trotz 14-monatiger Vorbereitung kam es in der Unterwasserzeit zu Zwischenfällen. Der 63-Jährige Cantrell musste wegen einer Infektion behandelt werden, ein Arzt tauchte durch die Bucht in Key Largo und kam zur Visite in die Stahlkapsel. Und Cantrells Computer, mit dem er per E-Mail und Video-Chat mit Journalisten, Schulklassen und Bekannten in Kontakt bleiben wollte, verweigerte den Dienst. Die Festplatte hielt dem Druck nicht stand und musste an Land ausgetauscht werden.

Doch auch der Spaß kam nicht zu kurz: Fain verkleidete sich als Meerjungfrau, setzte außen kleine Spielzeug-Figuren vor die Bullaugen und lockte Fische an. Zu Halloween bekamen die beiden Süßigkeiten per Kurier geschickt und drehten einen Horror-Kurzfilm. Sogar der berühmte Astronaut Buzz Aldrin, der im Rahmen der Apollo-11-Mission kurz nach Neil Armstrong als zweiter Mensch den Mond betrat, stattete ihnen einen Besuch ab.

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