WELT


117 Tote bei Schiffsunglück vor Libyen

Baku, 19. Januar, AZERTAC

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da ereignet sich das erste schlimme Bootsunglück mit Migranten. Das zeigt: Viele Menschen riskieren nach wie vor alles, um nach Europa zu gelangen.

Bei einem Schiffsunglück vor Libyen sind möglicherweise 117 Migranten gestorben. Nach Angaben von drei Überlebenden hatten insgesamt 120 Menschen das in Seenot geratene Schlauchboot bestiegen, um nach Europa überzusetzen, wie der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, am Samstag auf Twitter erklärte. Drei Menschen hatte die italienische Marine am Freitag gerettet und auf die Insel Lampedusa gebracht. Unter den Vermissten seien auch zehn Frauen und zwei Kinder, eines davon erst zwei Monate alt.

Die Marine hatte erklärt, dass das Schlauchboot rund 50 Seemeilen nordöstlich der libyschen Stadt Tripolis am Sinken war und dass rund 20 Menschen darauf waren.

Laut IOM-Sprecher könnte das Unglück aber weitaus schlimmer gewesen sein. “Sie haben uns gesagt, dass auf dem Schlauchboot, das in Libyen Donnerstagnacht abgelegt hat, 120 Personen waren. Nach zehn bis elf Stunden Fahrt begann dem Boot die Luft auszugehen, und es fing an zu sinken. Die Menschen sind ins Meer gefallen und ertrunken“, sagte Di Giacomo der Nachrichtenagentur Adnkronos. An Bord seien demnach vor allem Westafrikaner und etwa 40 Sudanesen gewesen.

Seit die populistische Regierung in Italien die Häfen des Landes für Migranten weitgehend geschlossen hat, kommen immer weniger Migranten an, die zumeist in Libyen ablegen. Italien und die EU unterstützen die libysche Küstenwache darin, die Menschen wieder in das Bürgerkriegsland zurück zu bringen.

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