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Fernando Alonso wäre fast Red Bull gelandet

Baku, 19. Januar, AZERTAC

Fernando Alonso und angebliche Vertragsverhandlungen mit Red Bull, das war eine der verwirrendsten, aber auch unterhaltsamsten Possen des Formel-1-Sommers 2018.

Bei allen Widersprüchen in den Darstellungen der beiden Seiten steht eines fest: Zumindest einmal gab es ernsthafte Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen dem spanischen Doppelweltmeister und dem österreichisch-britischen Team.

Es war 2007, Alonso hatte gerade seinen Arbeitgeber McLaren in der Spionageaffäre verpfiffen und sich mit Teamchef Ron Dennis überworfen, suchte also früher als geplant ein neues Team für die Saison 2008. Ein millionenschweres Angebot von Toyota lag auf dem Tisch, sein Ex-Team Renault wollte ihn zurückholen.

Und dann gab es da auch noch einen Draht zu Red Bull. Das damals junge Team schaffte 2007 nur einen Podestplatz und landete auf dem fünften Platz in der Konstrukteurs-WM, hatte aber im Februar 2006 einen gewissen Adrian Newey engagiert und befand sich im Aufwind. Insofern fand Alonso die Idee, für Red Bull zu fahren, charmant.

Also wurde - das war bis heute in der Form nicht bekannt - im Herbst 2007 ein Geheimtreffen zwischen einer Red-Bull-Delegation und Alonsos Manager Luis Garcia Abad in Madrid eingefädelt. Wenig später sorgten Fotos für Aufregung, die Alonso am 16. September 2007, am Rande des Grand Prix von Belgien, in der Red-Bull-Energy-Station zeigten.

Alonso: Mindestens vier Angebote von Red Bull?

Damit war, so die österreichische Darstellung der Geschichte, das Thema Red Bull und Alonso beendet. Doch der Spanier sieht das anders. Er behauptete vergangenen Sommer hartnäckig, man habe ihm auch 2009, 2011, 2013 und gleich zweimal 2018 signalisiert, dass man ihn als Fahrer haben möchte.

"Die Wahrheit ist: Sie behaupten, sie haben mir nur 2007 ein Angebot gemacht. Aber warum hat Horner dann in einem Interview mit dem Red-Bull-TV-Sender gesagt, dass sie mich ein paar Mal haben wollten und ich wahrscheinlich viermaliger Weltmeister wäre, wenn ich eines dieser Angebote angenommen hätte?", wundert sich Alonso.

Was er nicht sagt: Horner hat zwar gegenüber 'ServusTV' tatsächlich erklärt, dass Alonso wahrscheinlich erfolgreicher gewesen wäre, wenn er zu Red Bull gekommen wäre. Von konkreten Vertragsangeboten war dabei aber nicht die Rede. Trotzdem beharrt Alonso darauf, "vier oder fünf" Angebote von Red Bull abgelehnt zu haben.

Auch für die Saison 2019, statt Pierre Gasly als Teamkollege von Max Verstappen. Aber: "In diesem Jahr habe ich weder mit Alonso noch mit Briatore gesprochen", stellt Marko gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar. Bereits zuvor hatte er im 'ORF' erklärt: "Es hat 2007 ein Gespräch gegeben, das hat aber zu nichts geführt. Danach gab es von unserer Seite kein Angebot mehr. Das war nie ein Thema bei uns."

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