WELT


Erste Mondfinsternis des Jahres

Baku, 21. Januar, AZERTAC

Der Vollmond wird dabei komplett in den Schatten der Erde eintreten, Astronomen sprechen von einer totalen Mondfinsternis. Gleichzeitig kommt der Mond der Erde besonders nah. Dadurch erscheint er etwas heller und größer als gewöhnlich.

Anders als der Name es vermuten lässt, wird der Mond während der totalen Finsternis nicht vollkommen verschwinden, sondern rötlich erscheinen. Daher kommt auch die Bezeichnung Blutmond. Der Grund: Die Erde schirmt nicht das komplette Sonnenlicht ab. Während kurzwelliges, blaues Licht komplett in der Erdatmosphäre gestreut wird, wird das rote Licht gebrochen und dadurch in Richtung Mond gelenkt. Zusätzlich sorgen Staub, Asche und Gasteilchen, sogenannte Aerosole, in der Hochatmosphäre für die satte Farbe.

Würde zur selben Zeit ein Astronaut auf dem Mond stehen und zur Erde blicken, sähe er die Nachtseite der Erde, umgeben von einem rötlich schimmernden, dünnen Lichtsaum - eine totale Sonnenfinsternis.

Wie wird das Wetter? - Grundvoraussetzung ist ein freier Blick gen Himmel. Die Chancen dafür stehen gut. Nur im Norden und im Alpenvorland könnte der Blutmond am frühen Montagmorgen von Wolken verdeckt sein, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Wer sich die totale Mondfinsternis anschauen will, muss sich allerdings warm anziehen. Fast überall im Land sind frostige Temperaturen vorhergesagt zwischen minus einem und minus fünf Grad, im Osten sind sogar minus zehn Grad möglich.

Was ist zu sehen? - Um kurz nach 4.30 Uhr morgens beginnt der Mond sich in den Erdschatten zu schieben. Dadurch sieht er aus wie ein angebissener Keks, bis er um 5.41 Uhr völlig vom Erdschatten bedeckt ist. Die totale Verfinsterung endet gegen 6.12 Uhr. Ab dann tritt der Erdtrabant langsam aus dem Schatten hervor.

Der Supermond wirkt am Montag besonders groß, weil er der Erde besonders nahe ist. Trotzdem liegen noch gut 357.000 Kilometer zwischen den Himmelskörpern. Der Effekt wird noch verstärkt, wenn der Mond nah am Horizont steht. "Das wirkt so, als hätte man eine Zweieuromünze vor sich statt einer Eineuromünze", erklärt Astronom Manfred Gaida vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Gegen 8 Uhr geht der Mond unter.

Wo muss ich hinschauen? - Es reicht nicht, einfach nur in den Himmel zu starren. "Entscheidend ist eine freie Sicht auf den Horizont", sagt Astrophysikerin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Denn wenn sich der Mond verdunkelt, wird er bereits tief am Himmel stehen. Wer die Finsternis sehen will, sollte sich deshalb einen Standort mit möglichst freiem Blick gen Westen suchen.

Raus aus der Stadt? - Der Einfluss von künstlichem Licht spiele bei der Beobachtung kaum eine Rolle. "Auch aus der Stadt ist die Mondfinsternis gut zu sehen", sagt Liefke. Entscheidender sei, wie viel Dunst in der Luft liege. Das sei jedoch schwer vorherzusagen. Während der totalen Finsternis vom Sommer sei der Blick auf den Mond vielerorts getrübt gewesen, weshalb er teilweise nur schemenhaft zu erkennen gewesen sei.

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