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Pirelli glaubt nicht, dass man Ferrari Probleme bereitet

Baku, 25. Mai, AZERTAC

Ferrari tut sich in der Formel-1-Saison 2019 weiter unerwartet schwer. Auf dem Circuit de Monaco ist auch nicht mit einer Steigerung zu rechnen, weil die Strecke nicht wirklich auf den SF90 passt. Das deutete sich am Donnerstag bereits an.

Am Trainingstag in Monaco machte Ferrari-Teamchef ein ganz neues Fass auf: Ferrari habe Schwierigkeiten, die Pirelli-Reifen ins richtige Arbeitsfenster zu bekommen. Genau dasselbe Problem beklagt auch das Ferrari nahestehende Haas-Team seit Saisonbeginn. Gerade im Qualifying sei das ein Nachteil, betont Sebastian Vettel.

Pirelli-Motorsportchef Mario Isola versteht die Kritik nicht. "Ich verstehe nicht, dass wir dem Team Probleme bereiten sollen", sagt er. "Wir haben ein anderes Produkt als im vergangenen Jahr, aber allen Teams die Gelegenheit gegeben, dieses in Abu Dhabi zu testen. Dort hatten wir zwei volle Tage bei guten Bedingungen."

"Wir hatten 20 Sätze für jedes Team vor Ort und sie hatten die Freiheit, ob sie Reifen aus 2018 und 2019 zu Vergleichszwecken nutzen wollen oder das komplette Programm der 2019er-Reifen, das verfügbar war. Da haben sie mit Sicherheit wertvolle Informationen gesammelt, um den neuen Reifen zu verstehen."

Binotto widerspricht: "Alle Teams haben in Abu Dhabi Reifen getestet, die nahe am finalen Produkt dran gewesen sind. Aber dieses bekommt man erst im Februar. Letztlich war es aber nicht das, was wir erwartet haben. Das eine Auto scheint besser dafür geeignet zu sein als das andere."

Pirelli hat nach Beschwerden über Blasenbildung im vergangenen Jahr die Reifen für die Formel-1-Saison 2019 überarbeitet. Nun beschwert sich allerdings schon das zweite Team über ein zu kleines Arbeitsfenster der Reifen.

Isola hat eine Hypothese und verweist auf die Temperaturkurve der Reifen: "Man hat eine Aufwärmphase, dann eine Phase in der sich der Grip stabilisiert, und dann eine Phase, in der der Grip wegen Überhitzung abbaut. Aber auch in der stabilen Phase verläuft der Graph nicht komplett geradlinig. Man hat immer irgendwo einen kleinen Peak und genau den sucht man."

Somit seien die Beschwerden von Teams also nichts anderes, als dass sie nicht die ganze Zeit auf dem absoluten Peak fahren können, der natürlich nur in einem minimalen Temperaturfenster zu Verfügung steht. "Gerade im Mittelfeld, wo wir fünf oder sechs Teams innerhalb von zwei Zehntelsekunden haben", sagt Isola im Hinblick auf die Haas-Klagen.

"Dort ist jede Tausendstelsekunde wichtig, die große Unterschiede im Qualifying oder auch bei der Rennpace ausmachen kann. Deshalb sind alle so auf die Reifen fixiert. Über die Antriebseinheit oder Aerodynamik Performance zu finden, ist schwieriger als über den Reifen. Und es sind die Teams, die die Performance finden müssen."

Für 2020 breiteres Arbeitsfenster angekündigt - Allerdings verspricht er auch, dass Pirelli sich mit der Thematik des zu kleinen Fensters befassen wird. Das wird aber erst 2020 der Fall sein. "Sie sagen uns, was sie haben wollen, und wir werden versuchen, das für 2020 umzusetzen."

"Jetzt reden sie also übers Arbeitsfenster. Wir werden uns also darauf konzentrieren, für das kommende Jahr das Arbeitsfenster größer zu gestalten."

Dabei könnte auch schon Forschungsarbeit für die Saison 2021 einfließen, wenn die Heizdecken verboten werden. "Dann sollen wir Mischungen machen, die von 20 bis 120 Grad funktionieren", sagt der Italiener amüsiert. "Die sollen bloß nicht erwarten, dass wir in diesem Fenster eine flache Kurve haben werden!"

Pirelli wird zu diesem Zweck neue Reifenmischungen entwickeln. "Und wenn wir während der Forschungsphase etwas Gutes finden, warum sollen wir das nicht gleich 2020 einführen? Wenn wir eine neue Palette mit wesentlich breiterem Arbeitsfenster finden, warum sollten wir diese Mischungen nicht schon 2020 mit 13 Zoll und Reifenwärmern einführen? Die Reifenwärmer sorgen ja für kein Problem, man fängt halt nur weiter oben bei der Temperatur an."

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