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Südasien: Hunderte Menschen bei Unwetter ums Leben gekommen

Baku, 15. Juli, AZERTAC

Der heftige Monsunregen in Südasien hat in den vergangenen Tagen schon zu mehr als 150 Todesfällen geführt. Die meisten Toten wurden aus Nepal gemeldet: In dem Himalaya-Staat fielen bislang mindestens 65 Menschen Überschwemmungen und Erdrutschen zum Opfer, wie die Polizei mitteilte. Auch in Indien, Bangladesch und Pakistan brachten die Unwetter Tod und Zerstörung.

In Nepal erfassten die starken Regenfälle laut Polizei 30 der 77 Bezirke, darunter auch die Hauptstadt Kathmandu. 30 Menschen galten als vermisst, weitere 38 wurden verletzt. In dem entlegenen Bezirk Dolpa im Nordwesten Nepals begrub ein Erdrutsch am Sonntag neun Menschen. Dort gingen die Bergungsarbeiten am Montag weiter. "Ein Kind konnte gerettet werden, und einige Leichen wurden geborgen", sagte ein Polizeisprecher.

Obwohl sich der Regen abschwächte, zeigten sich die nepalesischen Behörden weiter besorgt. So müssten die vielen Menschen umgesiedelt und untergebracht werden, die durch die Unwetter ihre Häuser verloren hätten, sagte ein Polizeisprecher. Außerdem werde der Ausbruch von Epidemien durch verunreinigtes Wasser befürchtet.

Mindestens 14 Tote bei Hauseinsturz - In den sieben in Indien betroffenen Bundesstaaten starben seit Beginn der heftigen Regenfälle am vergangenen Mittwoch mindestens 51 Menschen, wie die Behörden mitteilten. Besonders schlimm traf es demnach die nördlichen und östlichen Bundesstaaten Uttar Pradesh, Bihar und Assam. Dort seien 4,5 Millionen Menschen direkt von Erdrutschen und Überschwemmungen betroffen oder hätten ihre Häuser verloren. Meteorologen erwarten für die kommenden zwei Tage weiteren Regen im Nordosten des Subkontinents.

Nahe Shimla im Bundesstaat Himachal Pradesh kamen laut Behörden mindestens 14 Menschen bei einem Hauseinsturz an einem vom Regen durchweichten Hang ums Leben. Das vierstöckige Gebäude stürzte den Angaben zufolge am Sonntag ein, nachdem es tagelang heftig geregnet hatte.

Ein Soldat, der aus den Trümmern gerettet wurde, berichtete, in dem Restaurant in dem Gebäude hätten sich einige Menschen zu einer Feier versammelt, "aber plötzlich bebte das Gebäude und stürzte ein". Etwa 30 Menschen konnten den Angaben zufolge gerettet werden. Einsatzkräfte suchten in den Trümmern nach weiteren Verschütteten.

Monsunzeit bis September - In Bangladesch kamen nach Angaben örtlicher Regierungsvertreter mindestens 16 Menschen infolge von Blitzeinschlägen und Überflutungen um. In dem Land treffen die Unwetter auch die aus Myanmar geflohenen Rohingya in den Flüchtlingslagern, wie die Uno-Flüchtlingshilfe in Bonn mitteilte.

"Die Rohingya haben bereits eine dramatische Flucht hinter sich und in den Flüchtlingslagern erstmals Sicherheit erfahren. Nun regnet es seit Wochen auf die nur aus Bambus und Plastikplanen bestehenden Hütten der Geflüchteten. Sie brauchen dringend unsere Unterstützung, damit die Lager stabil bleiben", sagte Geschäftsführer Peter Ruhenstroth-Bauer.

In Pakistan wurden nach heftigen Regenfällen in Kaschmir mindestens 24 Menschen vermisst, wie örtliche Behörden mitteilten. Sturzfluten hätten im Neelam-Tal, einem beliebten Touristenziel unweit der De-facto-Grenze zu Indien, eine Moschee mitgerissen. Überschwemmungen und Blitzeinschläge hätten zudem mehr als hundert Häuser und einen Markt zerstört.

Die Monsunzeit in Südasien dauert gewöhnlich von Juni oder Juli bis September. Zwar ist der Regen für die Landwirtschaft lebenswichtig. Er richtet aber auch immer wieder großen Schaden an. Jedes Jahr kommen dabei Hunderte Menschen ums Leben.

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