WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Aserbaidschanische Wissenschaft zur Zeit der Aufklärung und in der Gegenwart

Baku, 11. September, AZERTAC

Zum Ende des 18. und des 19. Jahrhunderts erlangte der in Schamachi geborene Geograph, Philosoph und Poet Hadschi Zeynalbadin Schirvani großes Ansehen. In dieser Zeit forderten und förderten weitere aserbaidschanische Gelehrte – zumeist in russischen Diensten – eine Zeit der Aufklärung. Unter ihnen waren der Historiker Abbasgulu Agha Bakichanov, der Philisoph Mirzä Fätäli Achundov und der Publizist und Herausgeber der ersten aserbaidschanischen Zeitung Äkintschi Häsän bäy Zärdabi.

Zur Zeit der ersten aserbaidschanischen Unabhängigkeit etablierten sich im Land neu wissenschaftliche Institutionen, wie die Staatliche Universität Baku im Jahr 1919, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Auch unter der sowjetzischen Herrschaft konnte die aserbaidschanische Wissenschaft bedeutende Schritte machen: 1932 erfolgte die Gründung einer aserbaidschanischen Abteilung innerhalb der kaukasischen Zweigstelle der Akademie der Wissenschaften der UdSSR. Zwölf Jahre später wurde die Filiale in eine eigenständige Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans umgewandelt. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten unter anderen der Komponist Üzeyir Hadschibäyov und der Dichter Samad Vurghun.

Die 2001 in Nationale Akademie der Wissenschaften umbenannte Einrichtung ist gegenwärtig noch immer die größte wissenschaftliche Institution der Republik Aserbaidschan. Die Akademie der Wissenschaften spielt eine führende Rolle im Hinblick auf die Grundlagenforschung, die Schaffung neuer Technologien und Methoden sowie die Ausbildung hoch qualifizierter Wissenschaftler in Aserbaidschan. Seit der Wiederelnagung der Unabhängigkeit knüpft

die Akademie vermehrt internationale Verbindungen. Zurzeit laufen gemeinsame Forschungsprojekte mit Wissenschaftlern aus den USA, Japan, Frankreich, Deutschland, Holland, Israel, Schweiz, Großbritannien, Norwegen, Pakistan, Türkei, Iran und vielen weiteren Ländern.

Auch außerhalb Aserbaidschans, an vielen ausländischen Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen sind aserbaidschanische Wissenschaftler tätig. Einer der bekanntesten ist der in Baku geborene US-amerikanische Professor Lütfi Zadä. Er gilt als Erfinder der Fuzzy-Mengenlehre und der Fuzzy-Logik – der Logik der Unschärfe. Seine wissenschaftliche Ausbildung absolvierte er an der Universität Teheran, dem Massachusetts Institute of Technology und an der Columbia University in den USA. 1965 veröffentlichte er seine bedeutsame wissenschaftliche Publikation über die Fuzzy-Mengenlehre, acht Jahre darauf folgte seine Publikation über die Fuzzy-Logik. Seine Erkenntnisse sind für die Industrie und Forschung, vor allem aber für die Elektrotechnik, als auch die Raumforschung von enormer Bedeutung. 1991 wurde Lütfi Zadä emeritiert, forschte und lehrte an der University of California in Berkley, wo er das Institut für Informatik leitete. Er starb am 6. September 2017 im Alter von 96 Jahren in seinem Haus in Berkeley. Der große Wissenschaftler wurde seinem Wunsch entsprechend in seiner Geburtsstadt Baku beigesetzt.

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