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Hamilton bekommt einen original Senna-Helm geschenkt

Baku, 15. November, AZERTAC

Lewis Hamilton fährt den Formel-1-Grand-Prix von Brasilien mit einem besonderen Helm. In Interlagos wird der frisch gekrönte neue Weltmeister sein Idol Ayrton Senna mit einem Spezialdesign ehren. Der Helm ist überwiegend in Gelb mit grünen Elementen gehalten und soll an das Design des verstorbenen dreimaligen Weltmeisters erinnern. Die strenge Regelung der FIA bezüglich der Helmdesigns kann er nicht nachvollziehen.

"Ich habe nie verstanden, warum sie das geändert haben. Aber ich hoffe, dass wir mit der GPDA gemeinsam mit der FIA eine Lösung finden werden." Denn aktuell dürfen die Piloten eigentlich nur ein Spezialdesign pro Jahr fahren, das Grunddesign muss ansonsten bestehen bleiben. Bereits in Russland gab es deshalb Aufregung rund um ein Design von Daniil Kwjat.

"Ich denke schon, dass das wichtig ist und ich bin auch dafür, dass jedes Individuum seine Individualität und Kreativität zum Ausdruck bringen kann." In Brasilien habe seine Hommage an Senna bereits Tradition. "Das ist eine Art Ehrung. Außerdem gibt es keinen brasilianischen Fahrer mehr und ich weiß, wie sehr die Fans Ayrton vermissen."

McLaren MP4-4 auf der Strecke: "Hoffentlich passt er auf!" - Zwar können die Zuseher die Spezialhelme durch Halo kaum noch erkennen, dennoch hält Hamilton an der Tradition fest. "Es ist schön, dass wir das jedes Jahr machen, schließlich war er derjenige, der mich dazu inspiriert hat, Formel 1 zu fahren."

Eine besondere Ehre wurde Felipe Massa und Emerson Fittipaldi bereits am vergangenen Wochenende zuteil. Die beiden Ex-Formel-1-Fahrer durften alte Boliden ihres Landsmannes Senna in Sao Paulo fahren. Das Fan-Festival wurde anlässlich des 25. Todestages der Legende vor dem Brasilien-Rennwochenende veranstaltet.

Die Organisatoren des Rennens haben sich auch etwas einfallen lassen: Bruno Senna, der Neffe von Ayrton, darf den McLaren MP4-4 aus der Saison 1988 für ein paar Demorunden in Interlagos pilotieren. "Ich hoffe, er passt auf das Auto auf!", meint Hamilton schmunzelnd.

Er kann sich noch daran erinnern, wie er in den McLaren steigen durfte: "Ich glaube, das war das Auto, dass ich in Silverstone gefahren bin. Ich hatte danach ein breites Grinsen im Gesicht. Denn als ich noch jünger war, habe ich Senna im Fernsehen verfolgt. Im Alter von 13 Jahren durfte ich die alte Fabrik besuchen."

Damals durfte er sogar das Lenkrad von Senna berühren - ein Moment, den er bis heute nicht vergessen hat. Noch aufregender war die Fahrt im MP4-4 selbst: "Man denkt sich: 'Oh mein Gott!' Ich habe für eine Sekunde gespürt, was er damals gespürt haben muss. Ich saß in seiner Position."

Diese Chance sei einmalig gewesen. "Viele Menschen haben ein Idol, aber die wenigsten dürfen einmal in ihre Position schlüpfen. Ich hatte den Helm auf und sah das, was auch er damals gesehen hat. Da spürte ich mich wirklich verbunden mit ihm."

Senna war für den kleinen Hamilton wie Superman - Schon als kleines Kind war für Hamilton klar, dass er einmal so werden möchte wie Senna. "Ich sah jemanden im Fernsehen, der etwas außerordentlich gut konnte, wie Superman. Ich liebte Superman, der war mein Lieblingssuperheld. Und Ayrton tat, was er tat."

Doch nicht nur Sennas Fahrstil und Talent im Formel-1-Wagen zogen den damals 13-Jährigen in seinen Bann. Es war noch viel mehr als das: "Er stand für sich selbst gerade. Als kleiner Junge in Stevenage war ich tagtäglich mit Hänseleien konfrontiert, da war das großartig zu sehen, dass er für sich selbst geradestand und für seinen Glauben."

Hamilton war fasziniert von Sennas Persönlichkeit, seinem unbedingten Willen und seiner Fähigkeit, niemals aufzugeben. "Das hat mich dazu inspiriert, für mich selbst geradezustehen." Noch heute strahlt die Rennlegende für Hamilton etwas Besonderes aus, obwohl er den Brasilianer fast in allen Bestenlisten bereits überholt hat. Als er seinen Pole-Rekord knackte, schenkte ihm Sennas Familie einen Helm.

"Er wird noch heute als einer der größten Fahrer aller Zeiten angesehen. Er hat eine ganze Nation mitgerissen und ich kenne keinen anderen Fahrer, der so eine Ausstrahlung hatte. Das war fast wie bei Prinzessin Diana, wie viele Leute da auf die Straße gingen nach ihrem Tod. Und so war es auch bei Senna, aber auf der ganzen Welt."

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