WELT


2018 wurden weltweit 80 Journalisten getötet

Baku, 18. Dezember, AZERTAC

Inhaftiert, erniedrigt, ermordet - in vielen Ländern riskieren Journalisten immer öfter ihr Leben bei der Arbeit. Allein in diesem Jahr wurden laut Reporter ohne Grenzen (ROG) mindestens 80 Medienmitarbeiter getötet. Dabei kam mehr als die Hälfte von ihnen in nur fünf Ländern ums Leben: in Afghanistan, Syrien, Mexiko, dem Jemen und in Indien, wie die Organisation mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es mindestens 65 Journalisten, die bei ihrer Arbeit ums Leben kamen.

Auch bei den 348 weltweit inhaftierten Medienschaffenden sitzt mehr als Hälfte von ihnen in fünf Ländern hinter Gittern.

Auch in den USA starben sechs Journalisten. Vier von ihnen wurden beim Anschlag auf die Zeitung "Capital Gazette" in Annapolis im US-Staat Maryland getötet. Weltweit wurden in den vergangenen zehn Jahren 702 professionelle Journalisten getötet.

Nach wie vor sind bewaffnete Konflikte die größte Gefahr für Journalisten. Ein "erschreckendes Zeichen" sei aber auch, dass genauso viele Journalisten außerhalb von Kriegsregionen ermordet wurden. Täter und Auftraggeber könnten oft damit rechnen, dass selbst Morde für sie folgenlos blieben. Die Staatengemeinschaft müsse endlich Mittel gegen eine solche Straflosigkeit finden.

Länder wie China, Ägypten, Iran und Saudi-Arabien feilten an ihren Unterdrückungsmethoden, erklärte die Organisation. Leidtragende seien oft Bürgerjournalisten. Neue Internetgesetze erleichtern den politischen Führungen demnach, gegen Onlinereporter und Nutzer von sozialen Netzwerken vorzugehen.

Ende 2018 waren weltweit 60 Medienschaffende entführt worden, sechs mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem im Nahen Osten sei diese Form der Verfolgung verbreitet. Mit einer Ausnahme konzentrieren sich alle Fälle vollständig auf Syrien, den Jemen und den Irak.

Reporter ohne Grenzen forderte erneut die UN auf, sich für einen Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten einzusetzen. Zwar gebe es UN-Resolutionen für einen besseren Schutz für Journalisten vor allem in Konfliktgebieten, sie hatten aber bislang kaum konkrete Auswirkungen auf die Lage der Betroffenen.

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