GESELLSCHAFT


2020 dürfte zerstörerischstes Jahr für größten Regenwald der Erde werden

Baku, 2. Oktober, AZERTAC

Nun hat es sogar die Brandüberwacher selbst getroffen: Auf dem Gelände des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) in der Gemeinde Cachoeira Paulista brach diese Woche ein Feuer aus. Am Dienstag musste das Gelände im Bundesstaat São Paulo evakuiert werden, weil der Waldbrand außer Kontrolle geriet. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.

Man könnte das Feuer auf dem Behördengelände als prophetisch bezeichnen. Denn am Donnerstag meldete die Inpe, dass die Zahl der Waldbrände im brasilianischen Amazonas-Regenwald im September im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut drastisch gestiegen ist.

Auswertungen von Satellitenbildern ergaben im Amazonasgebiet im September 32.017 Feuer. Im Vorjahresmonat waren es 19.925 Feuer. Dies entspricht einem Anstieg um 61 Prozent.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist die Gesamtzahl der Feuer den Angaben zufolge um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Auslöser der Waldbrände sind häufig illegale Rodungen.

Umweltschützer warnen schon länger, dass 2020 das zerstörerischste Jahr für den größten Regenwald der Erde werden könnte. Sie machen dafür die Politik des rechtsgerichteten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro verantwortlich. Die Vernichtung des Amazonas-Waldes durch Feuer hat seit Beginn seiner Amtszeit im Januar 2019 dramatisch zugenommen.

Die von den Bränden zerstörten Gebiete werden anschließend oft für die Viehwirtschaft und den Ackerbau genutzt. In diesem Jahr wüten auch gigantische Brände im brasilianischen Sumpfgebiet Pantanal mit seiner reichen Tier- und Pflanzenwelt. Dort herrscht eine große Dürre. Nach Inpe-Angaben wurden im Pantanal im September 8106 Feuer gezählt. Das war der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998.

Bolsonaro bezweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel. Die finanziellen und personellen Ressourcen für den Umweltschutz hat er drastisch gekürzt. Erst am Montag hatte seine Regierung Umweltschutzauflagen für die brasilianische Atlantikküste gekippt. Umweltschützer befürchten, dass bislang geschützte Mangrovenwälder und Dünenlandschaften nun bebaut werden könnten.

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