WELT


In Nordkorea mehr als eine Million Menschen mit Covid-19 angesteckt

Baku, 17. Mai, AZERTAC

Lange hat das Regime von Kim Jong Un so getan, als gäbe es in Nordkorea kein Corona. Doch vor wenigen Tagen bestätigte Pjöngjang die ersten Coronainfektionen im Land. Nun ist die Zahl fieberbedingter Todesfälle in Nordkorea nach offiziellen Angaben auf 50 gestiegen. Bis zum Sonntagabend (Ortszeit) sei zudem die Zahl der Patienten mit Fiebersymptomen auf mehr als 1,4 Millionen geklettert, berichteten die Staatsmedien unter Berufung auf das Notfallzentrum zur Epidemieprävention. Mehr als die Hälfte von ihnen sei wieder genesen.

Weiterhin vermied das abgeschottete und autoritär regierte Land, die Krankheit direkt beim Namen zu nennen. Stattdessen war weiter von der “Ausbreitung der Epidemie“ die Rede. Die Angaben aus dem international isolierten Land lassen sich derzeit nicht überprüfen.

Militär hilft bei Medikamentenverteilung - Bei einer neuen Dringlichkeitssitzung des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei ordnete Machthaber Kim Jong Un den Berichten zufolge an, das Militär solle bei der Verteilung von Medikamenten helfen. Der Einsatz soll demnach jedoch zunächst auf die Hauptstadt Pjöngjang beschränkt sein.

Kim habe die zuständigen Stellen dafür gerügt, bisher keine ausreichende Versorgung mit medizinischen Mitteln zu gewährleisten, hieß es. Er habe sich unter anderem darüber informiert, welche fiebersenkenden und antibiotischen Mittel die Apotheken der Stadt vorrätig hätten und ob diese auch rund um die Uhr geöffnet seien.

WHO warnt vor rascher Ausbreitung des Virus - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte indes, das Virus könne sich in Nordkorea mit hoher Geschwindigkeit ausbreiten. “Da das Land seine Covid-19-Impfkampagne erst noch starten muss, besteht das Risiko, dass das Virus sich massenhaft verbreitet, sofern keine unmittelbaren und angemessenen Maßnahmen getroffen werden“, sagte WHO-Südostasiendirektor Poonam Khetrapal Singh laut einer Mitteilung. Demnach liegen der WHO von den nordkoreanischen Behörden weiter keine Informationen zu dem Coronaausbruch vor.

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