GESELLSCHAFT


Alkohol, rotes Fleisch und Schimmel fördern höchstwahrscheinlich Krebs

Baku, 8. April, AZERTAC

Essen und Krebs: Was schützt, was schadet?

Forscher haben einige Lebensmittel beziehungsweise Inhaltsstoffe entlarvt, die höchstwahrscheinlich Krebs fördern. An erster Stelle steht Alkohol, der nachweislich das Risiko für einige häufige Tumorarten erhöht. Beim Grillen, Braten und Frittieren entstehen Stoffe wie Acrylamid und Nitrosamine, die ebenfalls als krebserregend gelten. Rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte erhöhen die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken. Und auch verschimmelte Lebensmittel zu essen ist keine gute Idee. Zumindest wenn man nicht täglich grillt oder Salami verzehrt, ist der Einfluss all dieser Speisen laut Kühn jedoch eher gering.

Doch was ist mit dem umgekehrten Ansatz? Gibt es eine Ernährungsweise, die vor Tumoren schützt? Gibt es Anti- Krebs-Lebensmittel? Tatsächlich haben Wissenschaftler einige Inhaltsstoffe aufgespürt, die im Labor das Krebswachstum hemmen, darunter vor allem sekundäre Pflanzenstoffe wie Senföl¬glykoside und Polyphenole. Ob diese isoliert und in hoher Dosis eingesetzt werden können, daran wird geforscht.

Eine Studie von Münchner Forschern zeigt zum Beispiel: Ein Speiseplan, der viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Geflügel und Fisch enthält, verbessert bei Brustkrebspatientinnen die Prognose. Wer indes viel Feinmehl-erzeugnisse, rotes und verarbeitetes Fleisch sowie Milchprodukte mit viel Fett zu sich nimmt, hat schlechtere Heilungsaussichten.

Krebs ernährt sich von Zucker – und das fast ausschließlich. Die Erkenntnis stammt von einem berühmten Mediziner: Otto Warburg. Bereits 1924 fand der spätere Nobelpreisträger heraus, dass sich der Stoffwechsel von Krebszellen von den gesunden Zellen unterscheidet. Um sich zu vermehren, sind Krebszellen auf Glukose angewiesen, auf Zucker also.

Die Diät-Empfehlungen, die manche daraus ableiten, sind dagegen nicht nur falsch – sondern gefährlich. Krebs lässt sich nicht aushungern, indem man auf Zucker verzichtet, erklären Ernährungsexperten.

Welche Kost nach einer Krebsdiagnose die richtige ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Eine Rolle spielen Alter, Krankheitsstadium, Begleiterkrankungen und die Krebsart. Manche Tumore führen schnell zu einer starken Gewichtsabnahme, so Experten.

Da Krebserkrankungen den Eiweißbedarf erhöhen, sollten genügend Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen, die ihn ausgleichen. Patienten dürfen in der Regel zudem durchaus fettreich essen. Obwohl Übergewicht langfristig ungünstig ist, raten die Experten von Gewichtsreduktion nach der Diagnose dringend ab. Erst wenn die Therapie beendet, der Krebs vorerst überwunden ist, sollte man beginnen, moderat und langsam überflüssige Kilos abzubauen.

 

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