WIRTSCHAFT


Apple präsentiert seine wichtigsten Produkte des Jahres

Baku, 11. September, AZERTAC

Apple hat am Dienstagabend seine wichtigsten Produkte des Jahres vorgestellt. Technik-Fans kommen dabei auf ihre Kosten. Die drei neuen iPhones aus Cupertino, die Konzernchef Tim Cook präsentierte, sind vollgestopft mit tollen Ideen und smarter Software, ausgerüstet mit fortschrittlichster Kameratechnik und verpackt in einem eleganten und wertigen Design.

Das Problem dabei: Das reicht einfach nicht mehr. Denn dasselbe kann man mit Fug und Recht auch von der aktuellen iPhone-Generation sagen. Der Mehrwert von iPhone 11, iPhone11 Pro und iPhone 11 Pro Max ist so marginal, dass die Gruppe der Kaufinteressenten auf die härtesten Apple-Fans, Techfreaks und Besitzer deutlich älterer Modelle reduziert wird.

Doch gerade letztere müssen noch mit dem Schock zurechtkommen, dass sie für 700 oder 800 Dollar nicht mehr das absolute Top-Smartphone erhalten wie noch 2017, sondern dass sich der Preis für die Spitzenmodelle bei weit über 1000 Dollar oder Euro einpendelt.

Ein interessanter Aspekt, der das Dilemma zeigt: Nach der Bekanntgabe vom Dienstag hat Apple die Modelle des vergangenen Jahres, iPhone XS und XS Max, auf seiner Webseite prompt aus dem Verkauf genommen, statt sie preisgünstiger anzubieten.

„Die Preissenkung für das iPhone 11 war die wichtigste Nachricht von Apple“, schreibt Analyst Chris Caso von Raymon James & Associates. „Wir sehen darin ein Eingeständnis, dass Apple es im vergangenen Jahr mit den Preisen übertrieben hat.“

Hier dürften auch der Handelskonflikt mit China und Strafzölle für Smartphones eine Rolle spielen. Apple hofft offenbar, über die Masse das nötige Geld einzuspielen, um die Zolllast hier abzufedern. Schließlich war das iPhone XR zuletzt das beliebteste Modell im Portfolio. Zusätzlich sendet Apple mit der Namensänderung ein Signal: Wer ein iPhone 11 kauft, bekommt bereits ein Top-Produkt, keine Billigvariante.

Apple hatte durch den selbst vom Zaun gebrochenen Lizenzstreit mit dem bei 5G-Technik führenden Chiphersteller Qualcomm keine andere Wahl. Qualcomm-Chips waren nicht zu ersetzen und Apple konnte sie nicht verwenden, bis eine bedingungslose Kapitulation den Weg zu einem Rahmenvertrag frei machte.

Erst 2020 wird mindestens ein iPhone, wahrscheinlich das Top-Modell, den 5G-Mobilfunk beherrschen. Die Frage ist, ob sich Kunden nun wirklich das teuerste Gerät jetzt kaufen.

Mit dem schwierigen Marktumfeld wächst der Druck auf Apples ausgewiesenen Wachstumsmarkt, den Service-Bereich, weiter. App-Stores, Musik- und Videostreaming-Dienste, Cloudspeicher, Apple Pay und andere Angebote sind allesamt mehr oder weniger massiv an Apple-Geräte gebunden sind.

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