WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Archäologen präsentieren neuen Fund aus Pompeji

Baku, 14. August, AZERTAC 

Eine Glasperle mit dem eingravierten Kopf von Dionysos, dem römischen Gott des Weins, der Fruchtbarkeit und des rituellen Wahnsinns. Skarabäen aus dem Nahen Osten. Kristalle, Knochen, Keramik, Amethyste und Bernstein. All das haben Archäologen nun in einem Haus in der antiken Stadt Pompeji entdeckt, das dort wie alle anderen seit 79 nach Christus unter Vulkanasche vergraben war.

Die Gegenstände befanden sich ursprünglich in einer Holzkiste: Das Holz hatte sich zwar zersetzt, doch die Bronzescharniere blieben durch das vulkanische Material, das darauf aushärtete, erhalten. Weil sie nicht aus Gold bestünden, was von den Reichen Pompejis sehr geschätzt wurde, haben die Gegenstände vermutlich einer Sklavin oder Dienerin gehört. Das sagte Ausgrabungsleiter Massimo Osanna der BBC. Klar sei, dass die Funde einer Frau gehörten. Sie könnten als Glücksbringer für Rituale und Schmuck fungiert haben.

In dem frei gelegten Haus in Pompeji stießen Wissenschaftler zudem auf zehn Leichen, darunter auch Frauen und Kinder. Sie versuchen nun, durch DNA-Analysen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen ihnen herzustellen. "Vielleicht gehörte die kostbare Schachtel einem dieser Opfer", sagte Osanna.

Die Ausgrabungen in Pompeji begannen zwar schon im 18. Jahrhundert, doch immer noch gibt es Neues zu entdecken: Vor wenigen Monaten etwa widerlegte ein neuer Fund die bisherige Annahme, wonach die berühmte Römerstadt bei einem Vulkanausbruch am 24. August des Jahres 79 nach Christus unterging. Archäologen stießen auf die Inschrift eines Arbeiters, die vom 17. Oktober stammen könnte - und damit zwei Monate nach dem bislang als Tag der Katastrophe vermuteten Datum.

Die Stadt Pompeji am Südwestrand Neapels war zusammen mit mehreren Nachbarorten beim Ausbruch des Vesuvs unter Asche begraben - und weitgehend konserviert - worden. Was für die Bewohner eine Tragödie war, ist damit lange Zeit später für Archäologen zum Glücksfall geworden. Die UNESCO-Welterbestätte zieht Jahr für Jahr Millionen Touristen an.

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