KULTUR


Aserbaidschanische Gelehrte appellieren an die UNESCO

Baku, 25. März, AZERTAC

Eine Gruppe von aserbaidschanischen Gelehrten appellierte an den Generaldirektor der UNESCO, Audrey Azoulay, wie AZERTAC berichtet.

Im Appell heißt es:

"Sehr geehrter Generaldirektor,

Wir appellieren an Sie, um Sie darauf aufmerksam zu machen, dass das jahrhundertealte Kulturerbe des aserbaidschanischen Volkes auf dem Territorium Armeniens infolge der von diesem Land verfolgten Politik vom Verschwinden bedroht ist.

Infolge der seit Beginn des 20. Jahrhunderts verfolgten ethnischen Säuberungspolitik gegen die in Armenien lebende aserbaidschanische Stammbevölkerung wurden Aserbaidschaner aus ihren historischen Gebieten massenhaft deportiert. Die letzte Massendeportation fand im Jahr 1988 statt. Infolge einer zielgerichteten und systematischen Deportationspolitik Armeniens wurden mehr als 250.000 Aserbaidschaner aus ihren Heimatländern und historischen Gebieten auf dem Territorium des heutigen Armenien vertrieben und wurden zu Flüchtlingen. Auf diese Art und Weise ging der Prozess der Vertreibung von Aserbaidschanern aus Armenien zu Ende.

Heute lebt kein einziger Aserbaidschaner in Armenien. Armenien löscht mit Absicht die Spuren der Aserbaidschaner aus Gedächtnis, plündert, zerstört und eignet sich das Kulturerbe des aserbaidschanischen Volkes an. Die aserbaidschanischen Dörfer wurden massenhaft umbenannt, alte aserbaidschanische Ortsnamen wurden durch armenische Namen ersetzt.

Mehr als 300 Moscheen im Gouvernement Irävan, wie die Göj Moschee, die Gala-Moschee, Schah Abbas, Tepebaschi, Zal Khan, Sartib Khan, Haji Novruzali Bey, Demirbulag, Haji Jafar Bey, Rajab Pascha, Mohammad Sartib Khan und Haji Inam wurden zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts absichtlich zerstört, angeeignet oder für andere Zwecke verwendet. Nur die Demirbulag-Moschee funktionierte bis 1988. Auch diese Moschee wurde völlig abgerissen und an deren Stelle wurde ein mehrstöckiges Gebäude gebaut.

In Armenien wurden mehr als 500 aserbaidschanische Friedhöfe zerstört, darunter Aghadädä, Aschaghi Schordscha, Gullubulag und Saral. Auch das Grab von Aschyg Alasgar, dessen 200-jähriges Jubiläum in diesem Jahr vom aserbaidschanischen Volk gefeiert wird, wurde im uralten Kreis Göyçə/Göjtschä zerstört, in dem er geboren wurde.

Die Zerstörung des Grabsteins von Aschug Alasgar, einem prominenten Vertreter der aserbaidschanischen Aschyg-Kunst, die in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde, zeigt, dass Armenien keinen universellen Wert anerkennt.

Alle Religionen halten es für inakzeptabel. Dass keine einzige Person für diese jahrzehntelange währende blinde Zerstörungswut bestraft wurde, ist ein weiterer schlagender Beweis dafür, dass diese Politik in Armenien auf staatlicher Ebene verfolgt wird.

Die absichtliche Zerstörung des Kulturerbes des aserbaidschanischen Volkes, die Aneignung eines Teils davon zeigen, dass Armenien sogar die Tatsache leugnet, dass Aserbaidschaner im Laufe der Geschichte in diesen Gebieten gelebt und eine reiche Kultur geschaffen haben. Dies ist ein klares Beispiel für die Intoleranz gegenüber dem aserbaidschanischen Volk in Armenien.

Die absichtliche Zerstörung, Änderung und Aneignung von Kulturdenkmälern stellt einen groben Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar, insbesondere gegen die Genfer Konventionen von 1949 und die UNESCO-Konventionen von 1954 und 1970. Das sind Kriegsverbrechen. Die absichtliche Zerstörung des kulturellen Erbes ist auch eine Frage des Friedens und der Sicherheit, die in der im Jahr 2017 verabschiedeten Resolution Nr.2347 des UN-Sicherheitsrates festgelegt ist.

Sehr geehrter Generaldirektor,

Wir bitten Sie dringend, eine offizielle Anfrage an die armenische Regierung zu senden, um einen detaillierten Bericht über den aktuellen Zustand des Kulturerbes der aserbaidschanischen Bevölkerung in Armenien vorzulegen. Wir bitten Sie auch, eine Expertengruppe nach Armenien zu entsenden, um den aktuellen Zustand des jahrhundertealten kulturellen und historischen Erbes des aserbaidschanischen Volkes zu bewerten.

Wir stützen uns auf das Vermittlungsmandat der UNESCO, das ihr durch ihre Verfassung erteilt wurde, und bitten Sie, uns über die offizielle Position der UNESCO zur Umsetzung dieser Initiative zu informieren.

Den 25. März 2021."

Unterzeichnet von:

1. Kamal Abdulla - Volksschriftsteller, Akademiemitglied

2. Farhad Badalbeyli - Pianist, Rektor der Bakuer Musikakademie

3. Elbay Gasimzade - Vorsitzender der Aserbaidschanischen Architektenverbands

4. Aziz Alakbarli - Vorsitzender der Aserbaidschanischen Flüchtlingsgesellschaft, Parlamentsabgeordneter

5. Hikmat Mammadov - Chefredakteur der Zeitung "Yeni Azərbaycan", Parlamentsabgeordneter

6. Agil Abbas - Chefredakteur der Zeitung "Ədalət", Parlamentsabgeordneter

7. Mansum Ibrahimov - Volkskünstler, Professor

8. Fatma Sattarova - Vorsitzende der Republikanischen Veteranenorganisation, Veteranin des Zweiten Weltkriegs

9. Beyimkhanim Verdiyeva - Leiterin der Khan Schuschinsky Stiftung

10. Eltschin Mirzabeyli - Chefredakteur der Zeitung "Xalq cəbhəsi"

11. Nuraddin Mehdiyev - Vorsitzender des öffentlichen Jugendverbands Informations- und Kommunikationstechnologien "Virtuelles Karabach"

12. Aybaniz Ismayilova - Leiterin der Abteilung für internationale Beziehungen des öffentlichen Vereins "Aserbaidschanische Gemeinde der Region Berg-Karabach der Republik Aserbaidschan"

13. Rauf Zeyni - Präsident des Nationalen Forums der Nicht-Regierungsorganisation

14. Anastasia Lavrina - stellvertretende Vorsitzende der "Russischen Gemeinde Aserbaidschans"

15. Faig Ismayilov - Vorsitzender des öffentlichen Vereins "Organisation zum Schutz historischer und kultureller Denkmäler in den besetzten Gebieten Aserbaidschans"

16. Umud Mirzayev - Leiter der Internationalen Eurasischen Pressestiftung

17. Davud Rahimli - Vorsitzender der Union der Behindertenorganisationen

18. Gunel Safarova - Vorsitzende des öffentlichen Vereins für Forschungen und Entwicklung "Bürger"

19. Avaz Hasanov - Vorsitzender des öffentlichen Vereins "Humanitäre Forschung"

20. Ilgar Orujov - Vorsitzender des öffentlichen Vereins "Aserbaidschanische Gesellschaft junger Wissenschaftler, Doktoranden und Meister"

21. Azer Garib - Vorsitzender der Aserbaidschanischen Tourismus-Blogger-Vereinigung

22. Nushaba Mammadova - Vorsitzende der Internationalen Allianz für Dialog und Entwicklung.

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