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Asien-Pazifik-Gipfel: USA und China vertiefen ihren Handelsstreit

Baku, 17. November, AZERTAC

Im Handelsstreit zwischen China und den USA ist keine Einigung in Sicht. Beim Asien-Pazifik-Gipfel in Papua-Neuguinea haben sich beide Seiten mit neuen Vorwürfen überzogen. So hielt Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den Vereinigten Staaten vor, die gesamte Weltwirtschaft zu gefährden. Der Aufbau von neuen Handelsschranken sei jedoch zum Scheitern verurteilt.

Im Gegenzug beschuldigte US-Vizepräsident Mike Pence die Volksrepublik "unfairer Praktiken". China versuche auch, mit aggressiven Krediten wirtschaftlich schwächere Länder in die Abhängigkeit zu treiben. Beide Großmächte haben in den vergangenen Monaten Strafzölle in Milliardenhöhe gegeneinander verhängt.

Bei dem Treffen in Papua-Neuguineas Hauptstadt Port Moresby sind alle 21 Mitgliedsländer der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) dabei. US-Präsident Donald Trump verzichtete - ebenso wie Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin - darauf, selbst dabei zu sein. In den Apec-Ländern rund um den Pazifik lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung. Der Gastgeber mit nur acht Millionen Einwohnern ist mit Abstand das ärmste aller Apec-Mitglieder.

"Wir sollten Nein sagen zu Protektionismus" - Chinas Präsident Xi hielt den USA gleich zum Auftakt in einer Rede vor, ein egoistisches Programm zu verfolgen. An die anderen Teilnehmer appellierte er: "Wir sollten Nein sagen zu Protektionismus und Unilateralismus." Zugleich warnte er: "Die Geschichte beweist, dass Konfrontation - ob in Form eines Kalten Kriegs, eines echten Kriegs oder eines Handelskriegs - keine Gewinner hervorbringt."

Pence entgegnete unmittelbar im Anschluss, dass sich sein Land "unfaire Handelspraktiken" nicht länger gefallen ließe. Washington sei zur Zusammenarbeit auch mit Peking bereit. Aber: "Die USA werden ihren Kurs nicht ändern, solange China den Kurs nicht ändert." Andernfalls würden die USA ihre Schutzzölle beibehalten oder sogar ausweiten, warnte Pence. "Wir haben Zölle erhoben auf chinesische Güter im Wert von 250 Milliarden Dollar, und wir können diese Zahl mehr als verdoppeln." Ende des Monats treffen sich Xi und Trump beim Gipfel von 20 Industrie- und Schwellenländern in Argentinien.

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