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Aufgrund der hohen Schadstoffbelastung in Chile erleiden dutzende Kinder Vergiftung

Baku, 8. Juni, AZERTAC

Mindestens 75 Menschen haben in Chile aufgrund der hohen Schadstoffbelastung durch die Schwerindustrie Vergiftungserscheinungen durch eingeatmete Gase erlitten. In den Städten Quintero und Puchuncaví im Westen des Landes lagen die Schwefeldioxid-Werte am Montag kurzzeitig fünfmal über den üblichen Werten, wie der Bürgermeister von Quintero, Rubén Gutiérrez, am Dienstag mitteilte. Mehr als 50 Kinder und mehr als 25 Lehrer seien “von den Auswirkungen der giftigen Gase betroffen“ gewesen. “Die Gemeinden Quintero und Puchuncaví haben dies jahrzehntelang toleriert, aber das muss ein Ende haben“, sagte Gutiérrez.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden der Region Valparaíso klagten die Betroffenen über Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, juckende Augen und Rachen, Atembeschwerden und einen metallischen Geschmack im Mund. Sie seien untersucht und anschließend wieder nach Hause entlassen worden. Zwölf Kinder und vier Erwachsene seien ins Krankenhaus gebracht worden. Die Regionalregierung verhängte den Umweltnotstand in Quintero und Puchuncaví. Die Schulen in beiden Städten wurden geschlossen.

In den beiden Städten Quintero und Puchuncaví, die von lokalen Medien und der Umweltschutzorganisation Greenpeace als “Chiles Tschernobyl“ bezeichnet werden, sind Bergbau-, Öl-, Zement-, Gas- und Chemieunternehmen angesiedelt. Die chilenische Regierung hatte 1958 beschlossen, die Region in ein Industriezentrum umzuwandeln. Die Umweltverschmutzung nahm seitdem erheblich zu. Der Gouverneur von Valparaíso, Rodrigo Mundaca, forderte angesichts der Vergiftungen dazu auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

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