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Australien: Binnen zwei Tagen fiel Regenmenge eines Jahres

Baku, 4. Februar, AZERTAC

Australien stöhnt unter einem Rekordsommer, mit Temperaturen teils nahe 50 Grad. In Queensland jedoch richten sich die Menschen auf eine Jahrhundertflut ein: Heftiger Dauerregen verwandelte in Teilen des Bundesstaats Straßen in Sturzbäche, Tausende Menschen mussten am Sonntag ihre überfluteten Häuser verlassen.

Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht: Der Regen könnte noch mehrere Tage weitergehen, so die Vorhersage. In einigen Regionen fiel binnen weniger Tage zwei Meter Niederschlag - normalerweise ist dies die Menge eines ganzen Jahres.

Queenslands Ministerpräsidentin Annastacia Palaszczuk sprach von einem "Ereignis, wie es nur alle hundert Jahre vorkommt". Allein in der Stadt Townsville waren 20.000 Häuser von Überflutung bedroht, Tausende waren ohne Strom.

Bewohner sprechen von "unfassbaren Wassermengen" - Der Wetterdienst warnte am Sonntag, dass wegen der Fluten die Schleusentore des Ross-Staudamms oberhalb von Townsville geöffnet werden mussten. Damit würden 1900 Kubikmeter Wasser pro Sekunde den Ross River hinunterstürzen. Townsville liegt in unmittelbarer Nähe des weltbekannten Korallenriffs Great Barrier Reef.

Die Polizei rief Bewohner besonders gefährdeter Zonen in Townsville auf, sich in höher gelegene Stadtteile zu begeben. Der Sender ABC berichtete, dass schon Tausende Häuser in den Vororten verlassen worden seien und die Evakuierungen weitergingen.

"Die Wassermengen sind einfach unfassbar", sagte Einwohner Chris Brookehouse dem Sender ABC. "Unser Untergeschoss ist weg, der Kühlschrank und die Gefriertruhe treiben im Wasser." Sollte das Wasser noch fünf bis sechs Treppenstufen steigen, sei auch das Obergeschoss überflutet.

Farmer rettet Touristen aus höchster Not - Der tropische Nordosten Australiens ist zu dieser Jahreszeit immer sehr regnerisch. In diesem Jahr sind die Regenmassen aber besonders groß: Grund ist ein Monsuntiefdruckgebiet, das sich nur sehr langsam von der Stelle bewegt und große Mengen Niederschlag freigibt. Die australische Wetterbehörde ging am Sonntag davon aus, dass die Regenfälle noch drei Tage anhalten könnten.

Auch im Landesinneren lassen heftige Regenfälle Flüsse über die Ufer treten. So mussten zwei deutsche und zwei Schweizer Touristen in der Nähe des Ortes Middleton per Hubschrauber gerettet werden, nachdem sie in ihren Autos vom Hochwasser überrascht worden waren. Die vier seien unverletzt, meldete die australische Nachrichtenagentur AAP am Samstag. Ein Farmer sei den Urlaubern mit seinem privaten Helikopter zu Hilfe gekommen, als sie in den Fluten des über die Ufer getretenen Diamantina-Flusses festsaßen. Middleton liegt mehr als 750 Kilometer westlich von Townsville, ebenfalls im Bundestaat Queensland.

Während der Nordosten Australiens im Wasser versinkt, leiden andere Teile weiter unter Dürre und Buschbränden. Dieser Januar war der heißeste je gemessene Monat auf dem Kontinent. Die Durchschnittstemperatur habe 30 Grad überstiegen, teilte die australische Meteorologiebehörde mit. Die höchste Temperatur wurde im Bundesstaat South Australia gemessen: Dort zeigte das Thermometer am 24. Januar 49,5 Grad.

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