GESELLSCHAFT


China: Weitere Patienten an Coronavirus gestorben

Baku, 21. Januar, AZERTAC

Weitere Patienten sind an dem Coronavirus gestorben, das seit Ende Dezember in China grassiert. Wie die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan mitteilte, starb ein 89-jähriger Mann, der mit dem Coronavirus infiziert war, bereits am Sonntag im Krankenhaus. Der Patient litt demnach bereits an Vorerkrankungen, darunter ein Herzleiden und Diabetes. Seit dem Ausbruch der Krankheit sind mindestens vier Todesfälle in China bestätigt, der Bürgermeister von Wuhan sprach am Dienstag von sechs Toten.

Am Montag hatte die Gesundheitsbehörde mitgeteilt, dass die Zahl der Betroffenen sprunghaft auf rund 220 angestiegen sei. Darunter waren mindestens 15 Krankenhausangestellte in der Metropole Wuhan - was als Beweis dafür erachtet wird, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen wird. Für Experten ist es ein wichtiger Indikator, ob Ärzte und Pfleger von einer neuen Erkrankung betroffen sind: Infizieren sich viele von ihnen, ist das ein deutlicher Hinweis auf leichte Übertragbarkeit. Am Dienstag war schon von 291 Fällen die Rede. 900 weitere Menschen stünden wegen einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus unter Beobachtung. Auch in anderen asiatischen Ländern wurden Fälle des Coronavirus gemeldet. Neben Japan und Thailand wurde am Dienstag der erste Fall in Taiwan bekannt gegeben.

Der rasante Anstieg der Zahlen von Sonntagnacht auf Montag machte Beobachter stutzig. Vor einer Woche betonte China noch, es habe keine Neuinfektionen gegeben. Nachdem China die Sars-Epidemie 2002/2003 zunächst wochenlang vor der Weltöffentlichkeit geheim gehalten hatte, liegt der Verdacht nahe, dass die aktuellen Zahlen ebenfalls nicht der Wahrheit entsprechen. Insbesondere, da Experten schätzen, dass sogar weit mehr als 1700 Menschen infiziert sein könnten.

WHO-Krisentreffen am Mittwoch - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berief wegen der neuartigen Lungenkrankheit in China ihren Notfallausschuss ein. Die Experten sollen am Mittwoch darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll, wie die WHO am Montag berichtete. Diese unabhängigen Experten empfehlen auch Maßnahmen, die ergriffen werden sollten.

Ruft die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aus, empfiehlt sie damit schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen, das Einrichten von spezialisierten Behandlungszentren oder mögliche Impfungen medizinischer Fachkräfte gehören.

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