WELT


Corona-Krise: Gewinne chinesischer Industrieunternehmen um über 38 Prozent eingebrochen

Peking, 28. März, AZERTAC

Uneinheitlich bei einem erneut sehr volatilen Handelsverlauf präsentieren sich die ostasiatischen Aktienmärkte zum Wochenausklang. Für Kauflaune sorgte zunächst die erneute Rally an der Wall Street. Dort hatte die Erwartung einer Einigung auf ein 2,2 Billionen Dollar schweres Maßnahmenpaket gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie den dritten Tag in Folge für kräftige Erholungsgewinne gesorgt. Das Repräsentantenhaus soll endgültig darüber entscheiden.

Im Verlauf kommen die Indizes aber teils massiv von den Hochs zurück. Etwas dämpfend dürfte wirken, dass es innerhalb der EU noch keine Einigung bei der finanziellen Unterstützung von EU-Staaten in der Coronavirus-Krise gibt. Auch das bevorstehende Wochenende dürfte bei vielen Anlegern den üblichen Reflex auslösen, auf Nummer sicher zu gehen vor den handelsfreien Tagen mit ihren unabsehbaren neuen Entwicklungen. Zu hören ist vereinzelt auch von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Erholungsgewinnen.

In Tokio liegt der Nikkei-Index noch 1,9 Prozent im Plus bei 19.010 Punkten, in China legen die Indizes um bis zu 0,8 Prozent, Seoul hat nach zwischenzeitlichen Gewinnen deutlich ins Minus gedreht.

Sydney, am Vortag noch klarer Tagesgewinner, ist mit weitem Abstand das Schlusslicht. Dort gingen Anfangsgewinne wieder verloren und die Kurse rutschten im Verlauf immer weiter ab auf ein Minus von zuletzt 5,3 Prozent. Vom frühen Hoch war das ein Rücksetzer von über 7 Prozent. Die Kurse der schwer gewichteten vier großen Banken Australiens verloren zwischen 6,3 und 7,4 Prozent. Laut Marktbeobachtern nahm der Verkaufsdruck zu, nachdem der australische Premierminister gesagt hatte, dass Kreditgeber einen Teil der Verluste tragen müssten, die sich aus der Wirtschaftsschwäche ergäben.

Neben den umfassenden fiskalischen Stimuli hätten insbesondere die Notenbanken rund um den Globus mit ihren in diesem Ausmaß noch nie gesehenen expansiven Maßnahmen die Märkte etwas beruhigt, sagt Portfoliomanager Sunny Ng von PineBridge Investments. Unter anderem habe dies dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach Dollar als sicherer Hafen nachgelassen habe. Aktuell gibt der Dollar-Index weiter nach um 0,3 Prozent.

Was wir sehen ist ein bisschen Bärenmarktrally...., eine nicht ungewöhnliche Gegenbewegung", so Ng weiter. Viel Unsicherheit bleibe aber und vieles hänge davon ab, wie schnell die USA die massiv heruntergefahrenen wirtschaftlichen Aktivitäten wieder in Gang brächten. In den USA gibt es mittlerweile mehr Coronavirus-Infektionsfälle als in China, wo die Pandemie nach offiziellen Angaben abzuklingen scheint und Restriktionen wieder gelockert werden.

Dessen ungeachtet sind im Januar und Februar die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen um 38,3 Prozent eingebrochen.

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