WIRTSCHAFT


Datenschutz-Affäre um Cambridge Analytica schlägt auf Gewinn von Facebook durch

Baku, 25. Juli, AZERTAC

Nach den Datenschutz-Skandalen verdient Facebook deutlich weniger. Wie das Unternehmen mitteilte, fiel der Nettogewinn im zweiten Quartal auf 2,6 Milliarden Dollar - im Vorjahreszeitraum waren es noch 5,1 Milliarden Dollar gewesen.

Die Aktie legte im nachbörslichen Handel dennoch zeitweise um bis zu 1,8 Prozent zu. Denn wie von Experten erwartet, stieg die Zahl der aktiven Nutzer von 2,34 auf 2,41 Milliarden. Auch die Umsätze nahmen zu: Mit 16,9 Milliarden Dollar erzielte Facebook letztlich sogar ein Erlöswachstum von 28 Prozent.

Der deutliche Gewinnverlust kam dagegen nicht überraschend: Wenige Stunden vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen hatte die US-Handelsaufsicht FTC dem Internetkonzern wegen der Affäre um die Beraterfirma Cambridge Analytica eine heftige Strafe aufgedrückt. Facebook hatte sich nach einem Vergleich mit der Behörde bereiterklärt, fünf Milliarden Dollar zu zahlen. Das Ergebnis muss noch von einem Richter bestätigt werden.

Facebook hatte bereits angekündigt, drei Milliarden Dollar zurückgelegt zu haben. Die FTC hatte wegen mangelnden Datenschutzes zudem weitere Vorwürfe gegen den Konzern erhoben.

Die im April 2018 aktualisierten Datenschutzbestimmungen hätten "zig Millionen Nutzer" über die Einwilligung in die Gesichtserkennung auf Fotos "getäuscht", heißt es - weil eine entsprechende Funktion standardmäßig aktiv, aber als solche nicht leicht zu erkennen war.

Im zweiten Quartal hatte der Konzern zudem 1,1 Milliarden Dollar für möglicherweise höhere Steuerzahlungen als Folge eines anderen Rechtsstreits zurückgelegt. Neben den Quartalszahlen teilte Facebook mit, dass die FTC auch kartellrechtlich gegen das Unternehmen ermittle. Was genau untersucht werde, sei Facebook von der FTC jedoch nicht mitgeteilt worden.

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