GESELLSCHAFT


Deutsche Portale veröffentlichen Beiträge von Dr. Michael Reinhard Heß über Völkermord von Chodschali

Baku, 2. März, AZERTAC

Die deutschen Portale "nex24.news" und “glamssup.com“ haben einen Beitrag von Dr. Michael Reinhard Heß unter dem Titel “30. Jahrestag des Völkermords von Chodschalit“ veröffentlicht.

Im Artikel werden deutsche Leser informiert, dass in der Ortschaft Chodschali armenische Einheiten in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1992 über 613 Zivilisten (Frauen, Kinder und Alte) mit einer unglaublichen Brutalität auf bestialische Weise ermordet und die Ortschaft komplett zerstört haben.

Gedenken wird oft als Begegnung der Gegenwart mit der Vergangenheit konzipiert. In dieser Sichtweise verbirgt sich ein Paradox. Denn das erinnerte Vergangene ist einerseits für immer

abgeschlossen und besteht anderseits ewig, weil es nicht mehr veränderbar ist. Die erinnerte Vergangenheit ist anwesend und abwesend zugleich.

Wenn man sich an Schreckliches erinnert, kann dieses Paradox der Erinnerung leicht zur Verzweiflung führen. Diese kann aus der Erkenntnis erwachsen, dass Menschen anderen Menschen unvorstellbare Dinge angetan haben, also jederzeit auch erneut antun können. Darunter sind Dinge, die noch grausamer und sinnloser sind als der Schrecken der nichtmenschlichen Natur, schreibt der Autor.

Diese Voraussetzungen sind beim Gedenken an den Massenmord von Chodschali augenscheinlich noch nicht erfüllt. Auf der einen Seite ist das Massaker auf der internationalen Bühne zum Teil anerkannt worden. 17 Staaten und 24 US-Bundesstaaten, Tendenz steigend, haben ihn offen verurteilt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ordnete den Massenmord von Chodschali als “Handlungen von besonderer Schwere, die auf Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinauslaufen“, ein.

Trotz dieser und anderer Anerkenntnisse wird die Realität des Verbrechens immer noch von einigen geleugnet. Dabei sind die Namen der 613 aserbaidschanischen Zivilisten, die am 25. und 26. Februar 1992 von armenischen Einheiten im Verband mit dem russländischen – vormals sowjetischen – Infanterie-Garde-Regiment Nr. 366 in der Karabacher Stadt Chodschali ermordet wurden, bekannt, ebenso wie unzählige Details über den Ablauf des Massenmordes, einschließlich dessen photographischer Dokumentation, so Dr. Michael Reinhard Heß.

Michael Reinhard Heß ist promovierter und habilitierter Turkologe und seit 2005 Privatdozent an der FU Berlin. Thema der Habilitation waren Leben und Sprache des aserbaidschanischen Dichters İmadәddin Nәsimi (1370–1417). Zum Thema Karabach hat er die Bücher “Panzer im Paradies“ (Dr. Köster 2016) und “Karabakh from the 13th century to 1920“ (Gulandot, 2020) verfasst.

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