KULTUR


Diese Länder verlangen bei der Einreise ein Visum

Baku, den 3. November (AZERTAG). Die Visumkosten für China sind in den vergangenen zwei Jahren von 20 bis 30 Euro auf 30 bis 90 Euro gestiegen.

Mehr als 70 Staaten fordern von Bundesbürgern eine Einreiseerlaubnis, mit zum Teil saftigen Gebühren. Wir geben einen Überblick. Visafrei bis Hawaii – die Losung der ostdeutschen Demonstranten aus dem Wendeherbst 1989 ging ziemlich schnell in Erfüllung: zum einen, weil sie 1990, nach der Wiedervereinigung, einen bundesdeutschen Reisepass bekamen, der Reisefreiheit garantiert. Zum anderen, weil deutsche Touristen ohnehin visumfrei in die USA reisen können. Andere Länder fordern von Bundesbürgern hingegen ein Touristenvisum, das entweder bei der Einreise am Flughafen erteilt wird oder noch vor der Abreise bei der jeweiligen diplomatischen Vertretung des Reiseziels in Deutschland beantragt werden muss. Letzteres ist oft mit Lauferei und nicht unerheblichen Kosten verbunden. Dem Kölner Visumsbeschaffungsdienst zufolge benötigen Reisende mit deutschem Pass ein Visum für mehr als 70 Staaten weltweit – von A wie Afghanistan bis Z wie Zentralafrikanische Republik.

In die USA kann man als Tourist auch weiterhin ohne Visum einreisen, eine Einreisegebühr wird aber trotzdem fällig: Seit dem 8. September dieses Jahres müssen Deutsche 14 US-Dollar per Kreditkarte zahlen, wenn sie den ESTA-Antrag, der zur visumfreien Einreise berechtigt, online ausfüllen. Prepaid-Kreditkarten werden auch akzeptiert. Und auch Kenia – ein Land, das kräftig vom Tourismus profitiert – kündigte jüngst eine saftige Gebühr an: Ab Januar 2011 wird das zur Einreise erforderliche Visum doppelt so viel kosten wie bisher. Auf der Tourismusmesse ITB Anfang März in Berlin hatte Kenias Tourismusministerium noch erklärt, die Visumgebühr auf dem aktuellen Stand zu halten. Da seither aber kaum noch Meldungen über Unruhen aus Kenia kommen und das Land weitgehend befriedet scheint, glaubt man offenbar, auf den finanziellen "Nachlass“ verzichten zu können. Mit 20 Euro für ein drei Monate gültiges Visum und Visumfreiheit für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren war das von einem Besucherrückgang gebeutelte Kenia bislang vergleichsweise günstig. Wenn ab Januar 40 Euro fällig werden und die Visumfreiheit für Jugendliche entfällt, gehört das afrikanische Land wieder zum Mittelfeld, was die Kosten angeht.

Reiseformalitäten strapazieren nicht nur den Geldbeutel, sie sind mitunter auch sehr mühsam – vor allem dann, wenn Länder von heute auf morgen ihre Visumbestimmungen ändern und beispielsweise von den Antragstellern persönliches Erscheinen in den Konsulaten verlangen, wie aktuell Kasachstan. In diesem Fall müssen Reisende aus Bayern oder Norddeutschland eine stundenlange Anfahrt nach Berlin, Frankfurt/Main oder Bonn in Kauf nehmen, wo Kasachstan Konsulate unterhält – Fahrtkosten, die zusätzlich zu den 32 Euro für das Touristenvisum anfallen. Im Vergleich dazu sind die Reisebestimmungen Australiens besonders touristenfreundlich. Nicht nur, dass Deutsche ein Visum erhalten, das ein Jahr gültig ist und zu einem insgesamt dreimonatigen Aufenthalt mit mehrmaliger Ein- und Ausreise berechtigt, die Antragstellung ist zudem problemlos online möglich. Reisende können die sogenannte Electronic Travel Authority (ETA) schon im Reisebüro beantragen – kostenlos. Und auch das eVisitor Visum, das Reisende von zu Hause aus online beantragen können.

Ganz anders verfährt dagegen Thailand, das deutsche Touristen bis zu 30 Tage visumfrei ins Land lässt. Visumfreie Einreise gewähren auch eine Reihe anderer Länder: von Kanada (hier können Deutsche sogar bis zu sechs Monate bleiben) über Neuseeland (90 Tage), Mexiko (180 Tage), Brasilien (90 Tage), Argentinien (90 Tage), Jamaika (90 Tage), Südafrika (90 Tage), Botsuana (90 Tage), Cook-Inseln (31 Tage), Fidschi (4 Monate), Costa Rica (90 Tage), Dominikanische Republik (90 Tage), Guatemala (90 Tage), Israel (90 Tage), Japan (90 Tage), Kuba (30 Tage), Malaysia (90 Tage), Namibia (90 Tage), Singapur (30 Tage) und die Türkei (90 Tage) bis zu Tunesien (4 Monate).

Relativ unkompliziert – wenngleich nicht kostenlos – ist es für jene deutsche Reisende, die auf die Malediven oder auf die Seychellen, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Oman, Ägypten, Indonesien, Kambodscha oder Nepal fahren wollen: In diesen Ländern wird das Visum bei der Einreise am Flughafen ausgestellt. Birma hat dagegen das sogenannte Visa-on-arrival für Deutsche seit 1. September wieder aufgehoben.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden
Wenn Sie einen Fehler im Text finden, markieren Sie ihn durch drücken der Tasten ctrl+enter und senden Sie ihn uns

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind