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FIA kündigt härtere Formel-1-Strafen an

Baku, 30. März, AZERTAC

Kollisionen bei Formel-1-Rennen sollen in Runde 1 wieder härter bewertet werden.

Ist der Grundsatz "Let them race" schon wieder Geschichte? Die FIA möchte die Zügel in diesem Jahr wieder etwas härter anziehen und vor allem Kollisionen in der ersten Rennrunde und Spurwechseln in der Bremszone strikter bestrafen. In den vergangenen Jahren hatte man nach zahlreichen Beschwerden häufiger mal ein Auge zugedrückt.

"Basierend auf Feedback und Gesprächen mit Fahrern und Teamchefs gab es das Gefühl, dass wir beim Prinzip 'let them race' etwas zurückrudern müssen, was Zwischenfälle in der ersten Runde angeht", sagt Rennleiter Michael Masi gegenüber "Motorsport-Total.com".

Zwar werde man diese weiterhin etwas anders behandeln als Zwischenfälle in anderen Runden, "aber nicht mehr so großzügig wie vielleicht im vergangenen Jahr".

Am Freitag besprach Masi das Thema mit den Piloten im Fahrerbriefing und spielte dazu einige Videos ab. Zu sehen war etwa die Kollision von Charles Leclerc (Ferrari) und Lance Stroll (Racing Point) in Sotschi, bei der Stroll ausschied. Leclerc hatte damals keine Strafe erhalten. "Das war ein sehr gutes Beispiel, das sehr wahrscheinlich in einer Strafe münden würde", sagt Masi.

Offenbar "keine Bedenken" in der Formel 1 - "Ich habe auch schon vor dem Meeting am Freitag mit einigen Fahrern gesprochen - und auch danach. Es gab keine Bedenken. Ich glaube, dass alle damit einverstanden sind", betont er.

Die neue Regelung betrifft vor allem Zwischenfälle nach der ersten Kurve. Am Start selbst will man weiterhin etwas großzügiger entscheiden, weil alle Autos dicht gedrängt sind.

"Aber wenn zwei Autos für sich sind und einer verstärkt die Schuld trägt, dann schauen wir wohl genauer darauf", so Masi. "Aber versteht mich nicht falsch: Wie bei jedem Vorfall gibt es eine Grauzone. Es ist nie schwarz oder weiß."

Später Spurwechsel ebenfalls im Fokus - Ein weiterer Punkt, den Masi den Piloten näherbrachte, ist das späte Spurwechsel beim Verteidigen und Anbremsen. Das Thema wollten vor allem die Fahrer geklärt wissen. Masi spielte ihnen ebenfalls Szenen vor und legte dabei eine Grenze fest, was erlaubt ist und was nicht.

"Ein Beispiel war Romain [Grosjean] und Daniel [Ricciardo] in Silverstone, was damals eine Verwarnung nach sich zog. Auch Sergio [Pérez] und Pierre [Gasly] in Portugal war so ein Fall", meint er. "Da haben wir gesagt, dass wir da einen strikteren Ansatz wählen."

"Wie ich ihnen gesagt habe, gibt es einige Dinge, die man nicht schwarz und weiß bewerten kann. Aber um fair zu sein: Alle haben gemeint, dass sie wissen, worüber wir reden und wenn sie etwas falsch oder richtig machen."

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