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FIA wähnt sich mit neuem Formel-1-Reglement für 2021

Baku, 12. November, AZERTAC

Erst kam die Kritik, dann das Umdenken. Doch jetzt wähnt sich der Automobil-Weltverband FIA mit dem neuen Formel-1-Reglement für 2021 auf dem richtigen Weg. Man will nicht nur eine spektakuläre, neue Formel 1 bieten, sondern optisch ansprechende Fahrzeuge - und nun auch möglichst unterschiedliche Designs.

Letzteres ist das, worauf man sich im Ringen um das neue Reglement geeinigt hat, wie Nikolas Tombazis als Leiter der FIA-Formelsportkommission im Gespräch mit "Motorsport-Total.com" erklärt. Die Teams hätten sich nämlich klar für "lockere Regeln" ausgesprochen, und für mehr technische Freiheiten als ursprünglich vorgesehen.

"Die Regeln waren eng gefasst", sagt Tombazis und räumt ein, dass der Weltverband damit vielleicht zu weit gegangen sein könnte. Man habe dem Vorstoß der Teams zunächst auch skeptisch gegenüber gestanden, betont er: "Wir hatten unsere eigene Sichtweise dazu."

Das Reglement als Kompromiss - Letztendlich habe man einen Kompromiss gefunden, indem man "alle Argumente" miteinander in Einklang gebracht habe. "Wir erstellten ein paar Simulationen und haben so die Bereiche identifiziert, in denen es sichtbare Unterschiede geben kann", sagt Tombazis. "Das macht die Entwicklung spannender, denn manche Bereiche sind jetzt offener gehalten."

Eben diese "sichtbaren Unterschiede" waren erklärter Wunsch der Teams, um bloß nicht den Verdacht einer "Einheitsformel" zu erwecken. Dabei sind ähnliche Fahrzeugdesigns nicht nur den Regeln geschuldet, wie Tombazis erklärt.

"Warum sich die Autos immer mehr ähneln? Das liegt [auch] daran, dass die Leute immer besser darüber Bescheid wissen, was sie tun. Heute kannst du quasi jede Einzelheit simulieren und die Leistung vorhersagen. Außerdem schaut man sich natürlich die Lösungen der Konkurrenz an und wählt dann das Beste aus. Das ist eine natürliche Konvergenz, die es immer wieder geben wird."

So wie in der guten, alten Zeit - "Deshalb hat die Formel 1 den Teams unlängst drei unterschiedliche Designstudien vorgelegt, um mögliche Konstruktionsweisen für 2021 aufzuzeigen. "Wir wollten darstellen, dass ziemlich unterschiedliche Formen möglich sind. Was aber die beste Lösung sein wird, das wissen wir noch nicht", sagt Tombazis.

"Aus romantischer Sicht wäre es natürlich schön, wenn es Unterschiede [bei den Autos] gäbe. So wie in der guten, alten Zeit, als es sechsrädrige Autos gab, Fahrzeuge mit Bodeneffekt, Rennwagen mit Kühlern in der Nase und dergleichen mehr."

Derart offen gehalten sind die Regeln für 2021 nicht. Sie sollen nur zu viel "Einheitsbrei" verhindern. Denn aktuell, meint Tombazis, sei die Varianz im Feld zu gering.

"Wenn du einem weniger interessierten Fan die Autos in neutralen Farben zeigen würdest, er würde sich wahrscheinlich schwer tun, die Autos voneinander zu unterscheiden. Die Fahrzeuge sehen [heute] weitaus weniger unterschiedlich aus, als man glauben mag." Das soll sich 2021 ändern.

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