WELT


Facebook ändert Konzept für Digitalwährung Libra

Baku, 19. April, AZERTAC

Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung könnten erschwert werden, das globale Finanzsystem würde destabilisiert. Die Bedenken von Politik und Zentralbanken gegen Facebooks geplante Digitalwährung Libra sind groß. Nun versucht der Konzern, mit Änderungen die Zweifel zu zerstreuen.

So war ursprünglich geplant, dass Libra mit einem Korb aus verschiedenen Währungen und Staatsanleihen abgesichert wird. Jetzt soll es auch Libra-Einheiten geben, die fest an einzelne nationale Währungen gekoppelt sind. Zudem seien die Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verbessert worden, teilte die Libra Association mit. So solle der Kreis der Teilnehmer am Libra-System strikter eingeschränkt werden.

Nach dem ursprünglichen Konzept sollten Libra-Coins mit diversen Währungen gekauft werden können. Die gezahlten Beträge sollten dann in den Sicherungskorb wandern. Nach den neuen Plänen soll es in der Zukunft zwar auch eine universelle Libra-Währung geben - sie wäre aber lediglich von den an einzelne Währungen gebundenen Coins abgeleitet.

Libra beantragt Lizenz - Die Libra Association beantragte nun offiziell eine Lizenz bei der Schweizer Finanzaufsicht Finma. An die Organisation mit Sitz in Genf hatte Facebook im Herbst die Kontrolle über das Projekt abgegeben. Davor waren globale Finanzdienstleister wie Mastercard, Visa und PayPal sowie die Handelsplattform Ebay und die Onlinereisefirma Booking Holdings aus dem Kreis der Partner ausgestiegen.

Facebook geht davon aus, dass die Digitalwährung zunächst vor allem für grenzübergreifende Überweisungen genutzt wird und erst später auch zum Einkaufen im Netz. Notenbanker und Politiker befürchteten jedoch eine Destabilisierung des globalen Finanzsystems durch diesen zusätzlichen Geldkreislauf. Facebook hat rund zweieinhalb Milliarden Nutzer weltweit, von denen viele Libra verwenden könnten.

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