WELT


Fast 240 Städte buhlten um Gunst von Amazon

Baku, 13. November, AZERTAC

Das große Buhlen hat ein Ende: Der weltgrößte Online-Händler Amazon ist bei seiner Suche nach weiteren Zentralen in den USA fündig geworden. Die Wahl sei auf Long Island City im New Yorker Stadtbezirk Queens und auf Arlington im US-Bundesstaat Virginia gefallen, teilte der Konzern mit. "Wir freuen uns, unsere neuen Hauptquartiere in New York City und im Norden Virginias zu bauen", verkündete Vorstandschef Jeff Bezos. Zudem kündigte Amazon ein großes Logistikzentrum in Nashville an, das 5000 Arbeitsplätze schaffe.

Amazons Standortsuche war nicht unumstritten. Das Unternehmen verspricht zwar viele Stellen und hohe Investitionen - im Gegenzug erhält es aber massive Anreize wie etwa Steuernachlässe.

Amazon will an den neuen Standorten jeweils 2,5 Milliarden Dollar investieren und 25.000 Jobs schaffen. In New York stellt sich Amazon zugleich auf Subventionen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar ein, vor allem durch Steuervergünstigungen. In Arlington sind es nach Rechnung des Konzerns 573 Millionen Dollar.

Mit der offiziellen Bestätigung der neuen Zentralen endet der seit mehr als einem Jahr andauernde Rummel um das Großprojekt, bei dem sich etliche Städte, Bundesstaaten und Landkreise Nordamerikas mit teilweise skurrilen Bewerbungen um die Gunst von Amazon-Chef Bezos bemüht hatten. Doch es gibt auch Kritik, da letztlich nicht einer, sondern zwei Kandidaten den Zuschlag erhielten.

Amazon hatte im September 2017 angekündigt, neben seinem ersten Firmensitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington ein weiteres Hauptquartier eröffnen zu wollen. In der vergangenen Woche dann die Überraschung: US-Medien berichteten, dass entgegen der ursprünglichen Ankündigung statt einer zwei zusätzliche Zentralen entstehen. Arbeitsplätze und Büroflächen würden geteilt.

Amazon hatte die Suche öffentlichkeitswirksam betrieben und damit für viel Aufsehen gesorgt. Der US-Konzern, der zuletzt rund 613.300 Angestellte beschäftigte, erhielt 238 Bewerbungen von Städten.

Einige Kandidaten legten sich besonders ins Zeug

- aus Tucson in Arizona bekam Amazon-Chef Bezos einen riesigen Kaktus,

- New York ließ das Empire State Building in "Amazon Orange" strahlen

- und Atlantas Vorort Stonecrest wollte sogar einen Teil der Stadt in "City of Amazon" umbenennen.

Im Januar stellte Bezos' Konzern dann die 20 aussichtsreichsten Kandidaten vor, darunter waren etwa die Großstädte New York City, Chicago, Los Angeles und Toronto. Dass den Zuschlag letztlich Long Island City und Arlington erhalten würden, war bereits vor einigen Tagen durchgesickert.

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