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Ferrari kassiert mit Abstand höchste Prämien

Baku, 1. August, AZERTAC

Die drei Topteams Ferrari, Mercedes und Red Bull erhalten aus dem großen Einnahmentopf der Formel 1 auch 2018 um 15 Prozent mehr als alle anderen sieben Teams zusammengerechnet. Das ergibt sich aus den aktuellen FOM-Zahlen, die wie jedes Jahr veröffentlicht werden.

Insgesamt schüttet die FOM (beziehungsweise Rechteinhaber Liberty Media) 2018 einen Topf von umgerechnet 812 Millionen Euro aus. Davon kommen je 280 Millionen in "Column 1" (gleicher Sockelbetrag für alle) und "Column 2" (leistungsbezogen nach Abschneiden in der Konstrukteurs-WM 2017).

Die restlichen 252 Millionen werden in Form von Bonuszahlungen an nur fünf Teams ausgeschüttet. Ferrari hat zudem eine Ausnahmestellung und kassiert als einziges Team einen Bonus als sogenanntes "Long Standing Team", quasi Gründungsmitglied, das von der ersten Stunde an dabei ist.

Force India als trauriges Beispiel - Wie ungerecht die seinerzeit noch von Bernie Ecclestone ausgehandelten kommerziellen Verträge zwischen dem neuen Rechteinhaber Liberty Media und den Teams sind, beweist das Beispiel Force India am eindrücklichsten. Denn der indisch-britische Rennstall musste kurz vor der Sommerpause Insolvenz anmelden und sucht nun in der Not nach einem Käufer. Zukunft ungewiss.

Die Gläubiger von Force India haben in London Forderungen in der Höhe von umgerechnet 31 Millionen Euro angemeldet. Die FOM schüttet in der aktuellen Concorde-Periode (2013 bis 2020) geschätzte 1,8 Milliarden Euro an Boni an fünf begünstigte Teams aus. Hätte Force India anteilig ein Zehntel dieser Summe erhalten, wäre das Team mit 180 Millionen mehr in der Tasche alle Sorgen los.

Oder, anders ausgedrückt: Ferrari hätte selbst als WM-Letzter der Saison 2017 mehr als doppelt so viel kassiert wie Force India als WM-Vierter. Zum Vergleich: McLaren verdient der Tabelle nach gut 1,3 Millionen Euro pro WM-Punkt 2017, Force India hingegen nur 0,3 Millionen.

Haas freut sich über Grundbetrag - Immerhin löst sich 2018 eine Ungerechtigkeit aus der Vergangenheit in Luft auf: Das Haas-Team ist, weil es zweimal in den letzten drei Jahren in den Top 10 der Konstrukteurs-WM gelandet ist, erstmals berechtigt, an "Column 1" zu partizipieren. Dabei handelt es sich um einen Sockelbetrag von 28 Millionen Euro, den dieses Jahr alle zehn Teams in gleichen Anteilen erhalten.

Der größte Einzelbonus, der von der Formel 1 ausbezahlt wird, sind die 59 Millionen Euro, die Ferrari als am längsten engagiertes Team erhält. Insgesamt kassiert die Scuderia 93 Millionen Euro an Boni - mehr als jeder andere Rennstall. Die kleinste Sonderzahlung erhält Williams: neun Millionen Euro als "Heritage-Bonus" für Tradition.

Einnahmen in Millionen Euro, Veränderung zu 2017 (C1 - C2 - Bonus):

1. Ferrari - 166 Mio., +10% (28 Mio. - 45 Mio. - 93 Mio.)

2. Mercedes - 144 Mio., -1% (28 Mio. - 54 Mio. - 62 Mio.)

3. Red Bull - 124 Mio., -12% (28 Mio. - 36 Mio. - 60 Mio.)

4. McLaren - 69 Mio., -12% (28 Mio. - 14 Mio. - 27 Mio.)

5. Williams - 65 Mio., -3% (28 Mio. - 28 Mio. - 9 Mio.)

6. Force India - 59 Mio., -2% (28 Mio. - 31 Mio. - 0 Mio.)

7. Renault - 53 Mio., +8% (28 Mio. - 25 Mio. - 0 Mio.)

8. Toro Rosso - 48 Mio., -2% (28 Mio. - 20 Mio. - 0 Mio.)

9. Haas - 45 Mio., +26% (28 Mio. - 17 Mio. - 0 Mio.)

10. Sauber - 39 Mio., -2% (28 Mio. - 11 Mio. - 0 Mio.)

Die FOM-Einnahmen setzen sich zusammen aus Grand-Prix-Gebühren, TV-Verträgen, Bandenwerbung, Paddock-Club und vieles mehr. Sie werden unter den Teams immer rückwirkend nach dem WM-Ergebnis der vorangegangenen Saison ausbezahlt. Und zwar in zehn Raten. Die letzte Rate für ihr Abschneiden in der Saison 2017 erhalten die Teams im März 2019.

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