WELT


Führte al-Qaidas Geldnot zum Blutbad von Bagdad?

Baku, den 2. November (AZERTAG). Der Bombenlärm kam aus der Richtung, wo sich am Tigris die internationalen Hotels und die französische Botschaft befinden. Es war kurz nach Sonnenuntergang, und die Menschen waren noch beim Einkaufen. So vermutete denn auch der Inhaber der Bäckerei in der nahe gelegenen Einkaufsstraße Saadoun im Geschäftsviertel Karrada, dass der Anschlag einmal wieder Ausländern in der Stadt gegolten habe, wie so oft in den zurückliegenden Terrorjahren. Doch dann folgte eine lange, heftige Schießerei, dröhnten Helikopter. Allen im Viertel wurde klar, dass es sich nicht „nur“ um eine bloße Bombenexplosion handeln konnte.

Kurz vor Mitternacht Ortszeit sagte der irakische Verteidigungsminister Abdel Qadr al-Obeidi im staatlichen Fernsehen Iraqia, über 100 Geiseln seien befreit worden, doch die Befreiung sei nicht unblutig verlaufen. Es gäbe Tote zu beklagen. Als am Montagmittag dann die Zahl der Opfer auf über 50 stieg, war das Entsetzen groß. Sechs Terroristen seien bei der Aktion getötet worden, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, alle anderen seien Zivilisten: irakische Christen, die sich zum Gottesdienst in der syrisch-katholischen Sayidat-al-Nejat-Kirche versammelt hatten.

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