GESELLSCHAFT


Für Milliarden Menschen auf der Welt bleiben Smartphones immer noch unerschwinglich

Baku, 8. August, AZERTAC

Für Milliarden Menschen auf der Welt bleiben Smartphones immer noch unerschwinglich. Fast 2,5 Milliarden Menschen lebten in Ländern, in denen ein Handy mindestens ein Viertel eines Monats- oder teils sogar Jahreseinkommens koste, berichtet die Allianz für bezahlbares Internet. Auch Datenpakete könnten sich viele Menschen nicht leisten.

Die Allianz hat Smartphone-Preise in 70 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen und zusammen mehr als fünf Milliarden Einwohnern verglichen. In Sierra Leone in Westafrika ist so ein Handy am teuersten. Es kostet mehr als sechs durchschnittliche Monatslöhne, umgerechnet 225 Euro. An zweiter Stelle liegt Burundi, gefolgt von Indien. Dort, wo fast ein Fünftel der gesamten Weltbevölkerung lebt, koste das billigste Gerät zwei durchschnittliche Monatsgehälter, fast 300 Euro. Dagegen koste ein Smartphone in Botswana oder Jamaika nur etwa 20 Euro, rund fünf Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens.

"Die allermeisten der nächsten eine Milliarde Menschen, die online gehen, werden dies über ein Mobilgerät tun", sagte Teddy Woodhouse, Forschungsdirektor der Web-Stiftung. "Wenn wir sicherstellen wollen, dass die Menschen die Vorteile des Internets nutzen können, müssen wir Geräte erschwinglicher machen."

In der Coronavirus-Pandemie habe sich gezeigt, dass Menschen wichtige Gesundheitsinformationen verpassten, weil sie keinen Zugang zum Internet hatten. Ein Smartphone sei kein Luxus, sondern ein lebenswichtiges Instrument der Daseinsvorsorge. Die Allianz ruft Regierungen auf, die Produktion billiger Geräte zu fördern, die Steuern darauf zu senken und Menschen die Option von Ratenzahlungen zu geben.

Die Allianz ist eine Initiative der Web-Stiftung von Tim Berners-Lee, der vor 30 Jahren als Physiker bei der europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf die technischen Grundlagen für das World Wide Web gelegt hat.

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