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Größte Sport-Highlights 2018 - Frankreichs Sieg bei der Fußball-WM

Baku, 24. Dezember, AZERTAC

Frankreichs Sieg bei der Fußball-WM, ein olympisches Eishockey-Highlight, Deutschlands Tennis-Helden und andere herausragende Leistungen. Die sport.de-User haben ihre zehn größten Sportmomente 2018 gewählt. Platz 10 geht an Kylian Mbappé und Co.

"Wir kommen alle ins Paradies, und die Blauen öffnen uns die Tore, hier und jetzt zu unseren Lebzeiten", titelte die französische Tageszeitung "Le Parisien" am Tag nach dem Finale der Fußball-WM und fasste damit die Befindlichkeiten von Millionen Franzosen zusammen.

Über 90.000 Fans hatten allein in Paris im Schatten des Eiffelturms das 4:2 (2:1) über die tapferen Kroaten verfolgt. Nach dem Sieg geriet das ganze Land in Ekstase.

Euphorie herrschte auch bei den Feierlichkeiten der Spieler im Moskauer Luzhniki-Stadion. Selbst der mit der Pokalübergabe einsetzende Starkregen konnte die Feierlaune der Stars nicht trüben.

Frankreich überzeugt als Mannschaft - Dass sich das Team an diesem Abend des 15. Juli die Fußball-Krone aufsetzte, war jedoch keineswegs alternativlos. Die Ausnahme-Könner Antoine Griezmann, Kylian Mbappé und Paul Pogba hatten zuvor im Turnierverlauf nicht nur berauschende Leistungen gezeigt.

Stattdessen wuchsen die Individualisten als Mannschaft zusammen und ordneten sich der taktischen Marschroute von Trainer Didier Deschamps unter. "Wir waren eine geschlossene Mannschaft. Die Ersatzspieler waren nie genervt. Das hat dem Team sehr gut getan", gab Griezmann nach dem Erfolg Einblicke ins Mannschaftsgefüge.

Als Gruppensieger mit sieben Punkten aber nur drei Toren aus drei Spielen qualifizierte sich der Weltmeister von 1998 für die K.o.-Phase. Es folgte ein 4:3-Erfolg gegen Argentinien im wohl besten Spiel des gesamten Wettbewerbs und ein 2:0 gegen Uruguay.

Im vorgezogenen Finale gegen die hochgehandelten Belgier (1:0) war es dann ein Standard-Tor, das Les Bleus den Einzug ins Endspiel ermöglichte. Dort ließen die Franzosen Außenseiter Kroatien beim 4:2 letztlich keine Chance.

Coach Deschamps lernt aus der Heimpleite

Der Vater des Erfolgs war zweifelsfrei Trainer Didier Deschamps. Nach der bitteren Pleite gegen Portugal im Finale von Paris bei der Heim-EM zwei Jahre zuvor zeigte sich der Coach in Russland taktisch gereift. Anders als mancher Kollege hatte der 50-Jährige die Zeichen der Zeit erkannt.

Statt auf den ausweglosen Ballbesitzfußball zu setzen wie die Konkurrenz aus Deutschland oder Spanien, lag der Fokus von Deschamps auf einer kompakten Defensive gepaart mit Umschaltmomenten.

Diese Herangehensweise entpuppte sich als weltmeisterlich und hob den Fußballlehrer in einen exklusiven Kreis.

Nach dem Brasilianer Mario Zagallo (1958/1962 und 1970) und Franz Beckenbauer (1974 und 1990) ist der Kapitän der französischen Weltmeistermannschaft von 1998 erst der dritte Spieler, der seinen WM-Triumph später als Trainer wiederholen konnte.

"Als Trainer stehen wir jetzt auf derselben Stufe. Sie waren aber wunderbare Spieler. So schön habe ich nicht gespielt", musste der ehemalige Coach von Juventus Turin zugeben.

Kroatien zwischen Frust und Stolz

Dem Sensationsfinalisten aus Kroatien blieb am Ende eines überragenden Turniers nur die ungeliebte Medaille des Zweitplatzierten. Es war eine Mischung aus Enttäuschung und Stolz, die nicht nur Top-Star Luka Modric erfasste.

Der Kapitän hatte das Spiel seiner Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft geprägt: als genialer Passgeber, als Dreh- und Angelpunkt, als lauffreudiger Ballklauer. Dass er für seine Leistungen zum Spieler des Turniers gewählt wurde, konnte den Mittelfeldspieler von Real Madrid nicht trösten

Zumindest bei seinem Trainer Zlatko Dalic überwog aber der Stolz auf das Erreichte: "Ihr könnt erhobenen Hauptes gehen, ihr könnt stolz sein. Hätte uns einer vor dem Turnier gesagt, dass wir Vizeweltmeister werden, hätten wir das wunderbar gefunden."

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