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Größter Korruptionsskandale in Lateinamerika

Baku, 1. November, AZERTAC

Keiko Fujimori muss ins Gefängnis. Ein peruanisches Gericht hat eine dreijährige Untersuchungshaft gegen die Oppositionsführerin verhängt. Es gebe ausreichende Hinweise darauf, dass Fujimori eine kriminelle Organisation geleitet habe, sagte der Richter Richard Concepcion Carhuancho. Ferner bestehe "hohe Fluchtgefahr".

Fujimori soll Gelder gewaschen haben, die sie 2011 im Wahlkampf illegal vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten habe. Insgesamt geht es um 1,2 Millionen Dollar. Dem Unternehmen sollen im Gegenzug für den Fall eines Wahlsiegs Bauaufträge versprochen worden sein.

Odebrecht war an mehreren großen Staatsaufträgen in Peru beteiligt. Das Unternehmen steht im Zentrum eines der größten Korruptionsskandale Lateinamerikas. Odebrecht soll in zahlreichen Ländern Südamerikas Millionen Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt haben, um sich öffentliche Aufträge zu sichern. Die Ermittlungen gegen den brasilianischen Bauriesen begannen 2014 und förderten nach und nach ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbedienstete und Manager zutage.

Seit Monaten wird ermittelt - Die 43-jährige Politikerin der rechtskonservativen Partei Fuerza Popular (FP) war am 10. Oktober vorläufig festgenommen und acht Tage später mit der Begründung freigelassen worden, es bestehe keine Fluchtgefahr. Gegen die Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori und ehemalige Präsidentschaftskandidatin wird seit Monaten ermittelt. Bei der Wahl 2011 verlor Keiko Fujimori - damals Favoritin - die Stichwahl knapp gegen Ollanta Humala.

Ihr Vater, Alberto Fujimori, war von 1990 bis 2000 peruanischer Präsident. Er wurde wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt. Zuerst war er wegen seines schlechten Gesundheitszustands begnadigt worden. Dann entschied der Oberste Gerichtshof vor ein paar Wochen, er müsse die Strafe doch weiter absitzen.

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