WIRTSCHAFT


Heute findet Opec+Videokonferenz statt

Baku, 9. April, AZERTAC

Ein für Montag geplantes Treffen von Ölförderländern, die sich in der sogenannten "Opec+" zusammengeschlossen haben, war auf Donnerstag verschoben worden. Ein Treffen der Energie-Minister der G20-Gruppe unter Vorsitz von Saudi-Arabien könnte am Freitag stattfinden.

Bei der Videoschalte soll die Frage einer Produktionskürzung zum Abbau der chronischen Überversorgung am Ölmarkt diskutiert werden.

Derweil gehen die informellen Gespräche auf diplomatischer Ebene weiter: Ein wirksames Abkommen zur Förderkürzung müsste laut Ansicht von Marktbeobachtern Saudi-Arabien, Russland und die USA mit einschließen.

"Eine Förderkürzung um 10 Millionen Barrel am Tag wäre signifikant und würde die Preise stützen", kommentierte Howie Lee, Ökonom der Oversea-Chinese Banking Corporation. Ohne eine Beteiligung der USA sei es jedoch unwahrscheinlich, dass andere Produzenten solche Kürzungen in Betracht ziehen.

Jüngste Gespräche zwischen Saudi-Arabien und Russland drehen sich laut Aussage von Delegierten weiterhin um eine mögliche Förderkürzung von 10 Millionen Barrel am Tag.

Zuletzt hatte die amerikanische Energieinformationsbehörde EIA ihre Schätzung für die amerikanische Fördermenge in diesem Jahr von 12,99 auf 11,76 Millionen Barrel am Tag gesenkt.

Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass sich Saudi-Arabien und Russland mit der geringeren Fördermenge in den USA zufrieden geben könnten.

Der Preiskrieg und die Coronavirus-Pandemie hatten den Ölpreis Anfang März von etwa 50 auf teilweise unter 20 Dollar je Barrel gedrückt - der niedrigste Stand seit Anfang des Jahrtausends.

"Es ist jetzt wichtig, dass der Ölpreis stabilisiert wird, um unnötige Kreditrisiken inmitten der ohnehin schon unkalkulierbaren negativen wirtschaftlichen Effekten durch den Corona-Shutdown zu vermeiden", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Ohne Einigung könne es einen erneuten Ausverkauf am Ölmarkt geben.

Experten sind skeptisch, ob Amerika tatsächlich mitziehen könnte.

Die USA gehören nicht zur Opec+. "Im Fokus steht das Opec-Treffen und ob sich die Vereinigten Staaten den Fördermengenkürzungen anschließen werden", Kim Kwang-Rae, Rohstoffanalyst beim Handelshaus Samsung Futures in Seoul. Die Ölpreise seien auf Berg- und Talfahrt, da Investoren vorerst Ergebnisse des Treffens abwarten wollten.

Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs.

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