WELT


Hongkong: Hunderte von Demonstranten blockieren Zugverkehr

Baku, 30. Juli, AZERTAC

Hunderte von Demonstranten haben den Zugverkehr in Hongkong blockiert. Während der Hauptverkehrszeit am frühen Morgen legten sie den Zugverkehr in der von China kontrollierten ehemaligen britischen Kronkolonie lahm.

Aktivisten blockierten die Zugtüren. Dadurch wurden Hunderte von Menschen gezwungen, die Bahnhöfe zu verlassen und sich andere Verkehrsmittel zu suchen.

Am Dienstag hatte die chinesische Regierung damit gedroht, "Recht und Ordnung wiederherzustellen". Die Gewalt "radikaler Elemente" habe die Stabilität gefährdet und stelle eine ernste Herausforderung für die Rechtsstaatlichkeit dar, erklärte ein Sprecher der für die Sonderverwaltungszone zuständigen Pekinger Behörde.

In der Finanzmetropole gibt es seit Wochen immer wieder Protestmärsche mit Hunderttausenden Teilnehmern. Am Wochenende kam es erneut zu Ausschreitungen. Bereitschaftspolizisten und Protestler gerieten sowohl am Samstag als auch am Sonntag nach zwei nicht genehmigten Protestmärschen aneinander. Die Polizisten setzten Tränengas, Gummigeschosse und Schlagstöcke ein. Demonstranten errichteten Barrikaden, einige warfen mit Steinen oder gingen mit Knüppeln gegen die Polizei vor. Dutzende Protestler wurden festgenommen.

Auslöser für die Demonstrationen war ein umstrittener Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Regierungschefin Carrie Lam hat das Gesetz mittlerweile zwar für "tot" erklärt, allerdings ging sie nicht auf die Forderung der Demonstranten ein, den Gesetzentwurf formell zurückzuziehen. Die Proteste richten sich auch gegen die Polizei, der vorgeworfen wird, bei den Demonstrationen in diesem Sommer zu hart vorgegangen zu sein.

Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Immer mehr Hongkonger befürchten aber, dass die Führung in Peking ihre Rechte beschneiden will.

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