WELT


In Nordkorea herrscht seit Jahren bittere Armut

Baku, 26. Juli, AZERTAC

Die Wirtschaft im abgeschotteten Nordkorea ist im vergangenen Jahr offenbar so stark eingebrochen wie seit der Hungerkrise in den Neunzigerjahren nicht mehr. Das teilte die Zentralbank des Nachbarstaats Südkorea mit. Nordkorea selbst veröffentlicht keine Wirtschaftsdaten.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei demnach real um 4,1 Prozent geschrumpft. Das sei der schlechteste Wert seit 1997 und bereits das zweite Jahr in Folge ein Rückgang. 2017 war das BIP bereits um 3,5 Prozent eingebrochen. Als Ursachen nannte Südkoreas Zentralbank Dürre sowie die internationalen Sanktionen infolge des Atomstreits. Die Exporte seien infolgedessen fast zum Erliegen gekommen.

Südkoreas Zentralbank verwendet die von der Regierung in Seoul und den Spionagebehörden erhobenen Zahlen für ihre Schätzungen. Die Bank interviewt dafür Überläufer und überwacht den Verkehr. Auch die Größe von Reisfeldfrüchten in Grenzgebieten wird für die Bestimmung der Entwicklung herangezogen.

Nordkorea verfügt eigentlich über wichtige Mineralressourcen und war einst reicher als der Süden. Jahrzehntelanges Missmanagement und der Zusammenbruch des Unterstützers Sowjetunion führten das Land allerdings in bittere Armut.

Internationaler Handel halbiert - Nordkorea ist wegen seiner Atomwaffen- und Raketentests mit internationalen Wirtschaftssanktionen belegt. Durch die Strafen sanken etwa die Exporte des Landes im vergangenen Jahr um mehr als 85 Prozent, teilte die südkoreanische Zentralbank weiter mit. Das Land exportiert unter anderem Kohle, Fisch und Textilien. Der internationale Handel halbierte sich.

Zusätzlich zu den Sanktionen habe die Hitzewelle im vergangenen Jahr die nordkoreanische Landwirtschaft schwer belastet, sagte ein Vertreter der Zentralbank der Nachrichtenagentur AFP. Das Bruttonationaleinkommen des Landes summierte sich im vergangenen Jahr auf umgerechnet rund 35,8 Milliarden Euro, das sind nur zwei Prozent des Nationaleinkommens der Südkoreaner.

Zuletzt hatte es mehrere historische Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gegeben. Die Gespräche über eine Entspannung im Nuklearstreit mit Nordkorea kamen jedoch nicht voran. Erst am Donnerstag feuerte Nordkorea erneut zwei Kurzstreckenraketen ab.

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