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Japan: Bis 2025 sollen Roboterschiffe Realität werden

Baku, 8. Juni, AZERTAC

Japans kriselnde Schiffbauindustrie will die Entwicklung selbstfahrender Schiffe vorantreiben - und so verloren gegangene Weltmarktanteile zurückerobern. Wie die führende japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet, wollen japanische Schiffbaukonzerne und Reedereien bei der technologischen Entwicklung künftig eng zusammenarbeiten.

Bis 2025 sollen Roboterschiffe Realität werden. Auf diese Weise erhoffe sich die Schiffbauindustrie des Landes ein Comeback und wolle den Marktanteil von derzeit rund 20 Prozent auf etwa 30 Prozent erhöhen. Zugleich solle die Zahl der Unfälle auf See dank der mit künstlicher Intelligenz arbeitenden Systeme stark reduziert werden.

Konzerne wie Mitsui O.S.K. Lines, eine der größten Reedereien der Welt mit Sitz in Tokio, und Nippon Yusen wollen zu diesem Zweck zusammenarbeiten und sich die hohen Entwicklungskosten teilen. Ähnlich wie bei selbstfahrenden Autos soll die Technik solcher Schiffe dafür sorgen, automatisch zu navigieren.

Sicherheit und Effizienz - Durch Analyse von Daten etwa zum Wetter und gefährlichen Objekte auf See ermittele das System nicht nur die sicherste und kürzeste Seeroute, sondern auch die, bei der der Treibstoffeinsatz am effektivsten sei, hieß es. Japan wolle bei der vom Staat geförderten Entwicklung künftig weltweit eine führende Rolle spielen.

Die Rolle der Besatzungen von Handelsfrachtern geht seit Jahren zurück. Der kürzlich in Hamburg eingelaufene Riesenfrachter"MOL Triumph" kann mehr als 20.000 Container transportieren, kommt dabei allerdings mit einer rund 20-köpfigen Besatzung aus. Die "MOL Triumph" wurde von der japanischen Werft Mitsui gebaut.

Auch andere Länder treiben bereits Experimente mit Roboterschiffen voran. So will der norwegische Düngemittelkonzern Yara bereits 2018 ein elektrisch betriebenes Frachtschiff in Betrieb nehmen, das im ersten Jahr zunächst noch von Menschen, ab 2019 dann aber vollautomatisch navigiert werden soll. Ausgestattet wird das Schiff mit Sensoren und Antriebstechnik vom norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg. Die Strecke, die der Frachter zurücklegen soll, ist allerdings äußerst kurz. Sie soll die Produktionsstandorte in Südnorwegen mit den 55 Kilometer entfernten Exporthäfen verbinden. Bislang müssen Lastwagen den Dünger umständlich über den Landweg dorthin transportieren.

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