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Khedira und Emre Can stehen bei Juventus unter Vertrag

Baku, 1. Oktober, AZERTAC

Am Dienstag (ab 21:00 Uhr im Live-Ticker) trifft Juventus Turin in der Champions League auf Bayer Leverkusen. Mit Sami Khedira und Emre Can stehen zwei Deutsche bei der Alten Dame unter Vertrag. Ihre Schicksale könnten nicht gegensätzlicher sein.

Es ist der 31. August 2018. Ein trockener, heißer italienischer Sommertag neigt sich dem Ende entgegen. Ebenso die Partie zwischen den beiden Serie-A-Schwergewichten Juventus und SSC Neapel im Turiner Allianz Stadium. Gegen 22:00 Uhr, in der 60. Spielminute, verlässt Sami Khedira beim Stand von 2:0 für Juve das Feld.

Für ihn kommt Emre Can. In den folgenden 30 Minuten verlieren die Turiner die Kontrolle im Mittelfeld und verspielen den Sieg fast noch. Erst ein Eigentor in der Nachspielzeit rettet den 4:3-Erfolg und die drei Punkte - ein Spielverlauf mit Symbolcharakter.

Am Dienstagabend gegen Bayer Leverkusen wird Khedira aller Voraussicht nach wieder in der Startelf stehen. Can nicht, er wird nicht einmal auf der Bank sitzen, auf keinen Fall eingewechselt werden.

Denn Juventus berief den 25-Jährigen nicht in seinen Champions-League-Kader. Die Botschaft: Beim italienischen Rekordmeister kein Platz mehr für Can.

Emre Can bei Juventus ausgebootet, Sami Khedira unverzichbtar - Als die überraschende Ausbootung bekannt wurde, sprach der frühere Liverpooler von einem "Schock" und davon, dass er wütend sei. "Man hat mir garantiert, dass ich dabei sein werde", so Can. Trainer Maurizio Sarri habe ihm "keine Begründung" für die Nicht-Nominierung genannt. "Unter einer Minute" habe das Gespräch mit dem Coach gedauert.

Dabei schien Khediras Situation vor der Saison deutlich schlechter zu sein als die seines Landsmannes. Im Februar hatte sich der Weltmeister von 2014 einer Herz-OP unterziehen müssen, im April folgte ein Eingriff am Knie. Um finanziellen Spielraum für die Kaderplanung zu schaffen, wollten die Juventus-Bosse den 32-Jährige angeblich lieber heute als morgen loswerden.

Doch der frühere Stuttgarter nahm den Kampf an. Khedira widersetzte sich der anfänglichen Skepsis von Trainer Sarri so deutlich, dass dieser letztlich auf einem Verbleib des Routiniers bestand - und ihn trotz hochkarätiger Konkurrenten wie den Neuzugängen Aaron Ramsey und Adrien Rabiot bislang in jedem Pflichtspiel einsetzte.

Khedira werde "oft unterschätzt", begründete Sarri den Stammkraft-Status des Ex-Nationalspielers. Der "Corriere della Sera" jubilierte, Khedira, in Italien ehrfürchtig "Deutscher Diesel" genannt, sei "in einen Jungbrunnen gefallen".

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