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Kim Jong Un: Beziehungen zu Peking seien auf “ein neues Hoch“ befördert worden

Baku, 10. Januar, AZERTAC

Zum Ende seines Chinabesuchs hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seine Nähe zur Führung in Peking betont. Die Beziehungen beider Länder seien im vergangenen Jahr auf "ein neues Hoch" befördert worden, sagte er nach Angaben von Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua nach einem Treffen mit Xi Jinping in Peking.

Der chinesische Staatschef sprach demnach von einem "neuen historischen Kapitel" in den gegenseitigen Beziehungen. Der Besuch von Kim fand laut Xinhua in "freundschaftlicher Atmosphäre" statt.

Kim hatte bereits am Mittwoch seinen zweitägigen Besuch im Nachbarland beendet - den vierten innerhalb von zehn Monaten. Erste Informationen über die Inhalte der Gespräche veröffentlichte Peking aber erst am Donnerstag.

Nach Einschätzung von Experten diente Kims Reise auch dazu, sich vor dem geplanten nächsten Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump mit der chinesischen Führung abzustimmen. Laut Xinhua versprach Kim, sein Land werde sich bei dem geplanten Gipfeltreffen darum bemühen, "Ergebnisse zu erzielen, die von der internationalen Gemeinschaft begrüßt werden". Xi sagte, er hoffe, dass sich beide Staaten bei den Verhandlungen "auf halbem Weg" treffen werden. Und: Er sehe eine "seltene historische Chance" für eine Einigung auf der koreanischen Halbinsel.

Nordkorea ist international weitgehend isoliert. China ist der engste Verbündete Pjöngjangs und ein wichtiger Akteur in den Verhandlungen über die atomare Abrüstung in Nordkorea. China sei bereit, eine "positive und konstruktive Rolle" bei der Denuklearisierung der Halbinsel zu spielen, sagte Xi.

Die Verhandlungen über die Denuklearisierung Nordkoreas waren zuletzt ins Stocken geraten. Nach Angaben von Trump beraten Pjöngjang und Washington nach dem historischen Gipfel im vergangenen Juni in Singapur derzeit über ein zweites Treffen. Einen Termin für die geplante Zusammenkunft gibt es aber noch nicht.

Südkoreas Präsident Moon Jae In sagte am Donnerstag, das Trump-Kim-Gipfeltreffen werde "bald" stattfinden - und zusammen mit Kims anstehendem Besuch in Seoul ein Durchbruch in den Friedensverhandlungen auf der koreanischen Halbinsel sein. Er werde zudem versuchen, das Problem der internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang "so bald wie möglich" zu beheben.

In Singapur hatten sich Kim und Trump auf eine "komplette Denuklearisierung" Nordkoreas geeinigt. Doch die US-Regierung fordert weitere Maßnahmen von Pjöngjang, während Kim auf bereits eingeleitete Schritte seiner Regierung verweist und ein Ende der Wirtschaftssanktionen gegen sein Land erwirken will.

Zuletzt hatte sich Kim in seiner Neujahrsansprache zu einem dauerhaften Frieden bekannt, jedoch auch erklärt: Sollte Washington weiter auf Sanktionen setzen, werde sein Land einen neuen Weg finden, um seine Interessen zu verteidigen. Einige Beobachter werteten das als Zeichen, dass Kim sich nun noch enger an China orientieren will.

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