GESELLSCHAFT


Klimawandel: Erderwärmung macht extreme Dürre in Europa wahrscheinlicher

Baku, 7. August, AZERTAC

In den vergangenen zwei Jahren herrschte Trockenheit in Deutschland. Solche außergewöhnlichen Hitzeperioden könnten künftig häufiger auftreten, berichten Forscher.

Häufigkeit und Ausmaß aufeinanderfolgender Dürren nehmen bis zum Ende des Jahrhunderts in Mitteleuropa deutlich zu, wenn die Treibhausgasemissionen nicht reduziert werden. Das geht aus einer Studie unter Leitung von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig hervor, die im Fachmagazin Scientific Reports erschienen ist. Dafür hatte das deutsch-tschechische Team die beiden Dürrejahre 2018 und 2019 in die Reihe langfristiger globaler Klimadaten der vergangenen 250 Jahre eingeordnet.

Im Ergebnis zeigte sich, dass es seit 1766 in Mitteleuropa keine solchen zwei aufeinanderfolgenden Sommer-Dürren dieses Ausmaßes gegeben hat. Mehr als 50 Prozent der Fläche Mitteleuropas waren davon stark betroffen. "Es ist wichtig, dass wir die Bedeutung von Dürren in aufeinanderfolgenden Jahren erkennen und einen ganzheitlichen Rahmen zur Modellierung des Risikos entwickeln", betonte einer der Autoren der Studie, Rohini Kumar.

Die Forscher prognostizieren bei dem Klimaszenario, das den höchsten Anstieg der Treibhausgase bis zum Jahr 2100 annimmt, eine Versiebenfachung der Anzahl solcher zweifacher sommerlicher Dürreperioden in Mitteleuropa in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Die von der Dürre betroffenen Agrarflächen würden um mehr als 40 Millionen Hektar zunehmen.

Bei einem moderaten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen verringert sich die Zahl der zweifachen Sommer-Dürren dagegen um fast die Hälfte im Vergleich zum Szenario mit den höchsten Emissionen. Bei sehr niedrigen Emissionen ist die erwartete Häufigkeit solcher ausgedehnten Sommerdürren noch geringer.

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